Prodis Opposition spricht von deutlichem Sieg
Schlappe für Berlusconi bei Regionalwahlen

Die Mitte-rechts-Koalition des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hat bei den Regionalwahlen Hochrechnungen zufolge eine deutliche Schlappe erlitten. Nach den gestern Abend vorliegenden Zahlen gewannen die oppositionellen Mitte-links-Parteien die Mehrheit in mindestens acht von 13 Regionen.

HB/kri ROM. Die Rechtskoalition musste damit mindestens 3 Regionen an die Opposition abgeben. In 3 weiteren Regionen stand das Ergebnis noch auf der Kippe, unter anderem auch in der Region Latium im römischen Hinterland, die seit Jahrzehnten von Konservativen regiert wird. In ersten Nachwahlbefragungen hatte sich abgezeichnet, dass die Regierungskoalition 6 Regionen verlieren könnte. Demnach würde das Berlusconi-Lager nur noch in den beiden norditalienischen Regionen Lombardei und Veneto die Regierung stellen.

Insgesamt waren 41 Mill. Wähler aufgerufen, rund zwei Drittel der Italiener, die Parlamente in 13 von 20 Regionen neu zu bestimmen. Eine 14. Region, die süditalienische Basilikata, verschob die Wahl wegen der Klage einer kleinen Linkspartei vor Gericht um zwei Wochen. Bisher stellte das Lager um Berlusconi in acht der 14 Regionen, in denen gewählt wurde, den Gouverneur.

Das Prodi-Bündnis „Union“ liege im Schnitt mit fünf bis sechs Prozentpunkten vorn, erklärte in Rom Maurizio Migliavacca, Koordinator der größten Oppositionspartei Linksdemokraten (DS). Regionalminister Enrico La Loggia sagte in Rom, die Regionalwahlen seien „kein Referendum über die Regierung Berlusconi“ gewesen. Die Beteiligung bis Sonntagabend, dem Abschluss des ersten Wahltages, lag bei 55,2 Prozent. Am Montag waren die Wahllokale noch einmal von 7 bis 15 Uhr geöffnet.

Die Abstimmung am Sonntag und Montag war vom Tod des Papstes überschattet worden. Nach der Verschlechterung des Gesundheitszustands von Johannes Paul II. am Donnerstag war der bis dahin erbittert geführte Wahlkampf weitgehend beendet worden. Sowohl Berlusconi als auch die Führer der Opposition erwiesen dem Verstorbenen am Sonntag im Audienzsaal Sala Clementina, wo der Leichnam des Papstes aufgebahrt war, die letzte Ehre.

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