Produktpiraterie: „Die Chinesen kopieren nur die Besten“

Produktpiraterie
„Die Chinesen kopieren nur die Besten“

Ningbo ist für Heribert Rohrbeck ein rotes Tuch. Denn in der chinesischen Stadt südlich von Schanghai kopieren sage und schreibe 18 Firmen die Produkte des mittelständischen Unternehmens Bürkert aus Ingelfingen – mit bemerkenswerter Dreistigkeit.

PEKING. „So hat etwa die Firma Yuyao Yongchuang nicht nur unser Schrägsitzventil für Wasseraufbereitungsanlagen illegal nachgebaut, sondern auch von den technischen Datenblättern bis hin zu den Bestellnummern alles kopiert“, meint der Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens.

Das Beispiel Bürkert zeigt, dass sich im China-Geschäft nicht nur die großen Konzerne Sorge um den Schutz geistigen Eigentums machen müssen. Deshalb sind viele deutsche Manager in China fast froh über die Aufregung um den möglicherweise „kopierten Transrapid“. Denn nun steht das Thema auch weit oben auf der Tagesordnung beim Besuch von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Peking. Rechtsstaatliche Probleme gibt es in China nicht nur beim Umgang mit den Bürgerrechten. Immerhin hat auch der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) nun ganz offen von einem „Technologieklau“ gesprochen.

Anscheinend sind die Warnungen in Peking bereits angekommen: Chinas Außenminister Li Zhaoxing habe eine Kampagne angekündigt, damit die seit November in China geltende schärfere Rechtslage zur Produktpiraterie nun auch beachtet werde, sagte Steinmeier nach einem Gespräch mit seinem Amtskollegen. Die Bundesregierung will das Thema zudem auch in den bilateralen Gesprächen auf Staatssekretärsebene ansprechen, die Steinmeier und sein Kollege vereinbarten. Und bei den Besuchen von Wirtschaftsminister Michael Glos (März) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (22. und 23. Mai) wird es wohl auch eine Rolle spielen.

Dass Peking nun ernsthafter als zuvor Besserung gelobt, hat offenbar auch mit der Sorge vor dem Verlust von Auslandsinvestitionen zu tun. Immerhin investieren einige japanische Konzerne wieder verstärkt in ihrer Heimat – aus Sorge vor dem Technologieklau. Auch Walter Hess aus Burbach-Wahlbach hat negative Erfahrungen in China gemacht. Der Chef der Hess Maschinenfabrik macht schon lange Geschäfte in der Volksrepublik. In der Provinz Hebei baut Hess seit gut zehn Jahren Spezialmaschinen für die Fertigung von Betonsteinen.

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