Produktplatzierung
EU erlaubt Schleichwerbung im Fernsehen

Was bislang vor allem bei den Öffentlich-Rechtlichen verpönt war, ist künftig ganz offiziell erlaubt. Die Europäische Union (EU) will den Fernsehsendern in den nächsten Monaten die Produktplatzierung, auch Product Placement genannt, genehmigen. In Serien oder Spielfilmen darf den Zuschauern damit ein ganz spezielles Produkt angedient werden.

HB BERLIN. Die rasante technische Revolution beim Fernsehen wird nun auch zu Veränderungen der überholten Spielregeln für die Sender auf dem europäischen Markt führen. Im Streit mit dem Europaparlament über die Fernseh-Richtlinie boten die EU-Staaten am Montag einen Kompromiss an.

Die Kultus- und Medienminister der Mitgliedstaaten hätten sich mit dem EU-Parlament auf die Grundzüge der neuen Fernsehrichtlinie verständigt, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann nach einem informellen Treffen mit seinen Kollegen in Berlin. Er sei zuversichtlich, beim nächsten Ministerrat im Mai in Brüssel einen Abschluss präsentieren zu können.

„Es geht nur noch um kleine Details“, sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding. „In den großen Linien sind Parlament und Rat sich einig.“ Ende Februar wolle sie einen Entwurf für die neue Richtlinie zur Beratung vorlegen.

Umstritten ist Neumann zufolge noch die Forderung des Parlaments, alle 20 Minuten im laufenden Programm auf die Platzierung von Produkten hinzuweisen. Dies lehnten die Minister ab. „Das würde den Werbefaktor nur noch mobilisieren.“ Neumann betonte, Deutschland habe sich ursprünglich für ein Verbot der Produktplatzierung stark gemacht.

Wenn öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF diese Form bezahlter Werbung weiterhin ablehnten, könnten sie trotz der Richtlinie darauf verzichten. „Das könnte ja ein Markenzeichen des öffentlich- rechtlichen Rundfunks sein.“

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