Prognose
Wirtschaft im Euro-Raum erholt sich nur langsam

Die Rezession ist vorüber, der Aufschwung in der Euro-Zone hat Fuß gefasst, verkündet die EU-Kommission – und doch bleibt die wirtschaftliche Lage schwierig. Denn einige Schuldensünder kämpfen mit zu hohen Defiziten.
  • 3

BrüsselDie Lage im Euro-Raum bleibt schwierig: Die Wirtschaft in den 18 Euro-Staaten nimmt nach der Krise nur langsam wieder Fahrt auf und einige Schuldensünder kämpfen mit zu hohen Defiziten. Im laufenden Jahr erwartet die EU-Kommission nach wie vor ein schwaches Wachstum von 1,2 Prozent und im kommenden Jahr von 1,7 Prozent. Das schreibt die EU-Behörde in ihrer am Montag in Brüssel veröffentlichten Frühjahrs-Konjunkturprognose. Die Erwartung für 2015 liegt um 0,1 Prozentpunkt niedriger als zuvor. Die Arbeitslosigkeit bleibe hoch, auch wenn sie etwas rascher sinkt als bislang erwartet.

Frankreich und Spanien mühen sich mit Reformen ab, bekommen aber dennoch ihre staatlichen Defizite nicht in den Griff. Laut EU-Prognose wird Paris es auch im nächsten Jahr trotz eines milliardenschweren Sparprogramms nicht schaffen, wie versprochen die Maastricht-Grenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten. Demnach wird Frankreich 2015 mit einem Defizit von 3,4 Prozent die Marke reißen – nach 3,9 Prozent im laufenden Jahr. Die Pariser Regierung hat gerade ein Sparpaket beschlossen, das bis 2017 rund 50 Milliarden Euro im Haushalt einsparen soll. Auch für Spanien, das 2016 wieder die Drei-Prozent-Marke einhalten muss, sind die Aussichten eher düster. Die Prognose nennt 5,6 Prozent Defizit in diesem Jahr und 6,1 Prozent in 2015.

Die Staaten müssten weiter Reformen umsetzen, mahnte EU-Kommissar Siim Kallas, der während des Europawahlkampfs EU-Währungskommissar Olli Rehn vertritt. Es gebe aber Anlass zum Optimismus, da die Rezession vorüber sei. Kallas sagte: „Der Aufschwung hat Fuß gefasst.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Prognose: Wirtschaft im Euro-Raum erholt sich nur langsam"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • alles Lug & Trug. Auch hier muss klar und deutlich differenziert werden zwischen den Ländern, denn eine Gesamtbetrachtung Eurozone bringt niemandem etwas, nur die Gewissheit das die Schuldenländer auf Kosten der Leistungsländer "leben" und diese hindern an der Verbesserung ihres Lebensumstandes welches sie fleißigerweise erwirtschaftet haben.

    Denn genau dieser Lohn wird ihnen aufgrund der Eurozone entzogen.

  • Kein Problem. In 2014 wird die Wirtschaft im EU-Raum ein starkes Wachstum haben. Die Berechnung des BIP wird zum Jahresende nach bekannter US-Manier "hedonisch" gefälscht, analog zum Warenkorb, und schon gehts wieder aufwärts.
    Mit ähnlichen statistischen Tricks hat sich die DDR damals auf Platz 7 der Industrieländer gelogen. Das Merkel
    hat dies sicherlich nicht vergessen.

  • Wie es der Euro-Zone durchschnittlich geht ist unwichtig! Es ist nur entscheidend wie es den Krisenländern geht, der Durchschnitt ist Sand in die Augen streuen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%