Prognose zur Energieversorgung
Die Renaissance des Treibhausgases

Die Internationale Energiegentur schlägt Alarm. Die Welt steuert auf eine globale Versorgungskrise zu. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas wird immer größer und damit auch der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids. Noch können die Staaten gegensteuern.

dih / juf LONDON / DÜSSELDORF. Ein Blick ins Jahr 2030: Der weltweite Energieverbrauch liegt um mehr als die Hälfte höher als zurzeit, an Kohle, Öl und Gas führt kein Weg vorbei, die erneuerbaren Energien spielen dagegen nur eine Nebenrolle – und der Kohlendioxidausstoß ist entsprechend hoch. So lautet die Basisprognose im Weltenergieausblicks der Internationalen Energieagentur IEA. Unter der Annahme, dass sich die heutigen Trends an den Energiemärkten weiter fortsetzen, zeichnet die IEA ein düsteres Bild für den Klimaschutz. Die Politik kann aber gegensteuern. Im Kampf gegen den Klimawandel plädiert die IEA vor allem für eine stärkere Nutzung der Kernenergie.

Nach dem Referenzszenario ist der Energiehunger vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern kaum zu bremsen. Sie steuern 70 Prozent des zusätzlichen Bedarfs bei. Nicht zuletzt in China und Indien steigt die Nachfrage – vor allem nach Kohle, Öl und Gas.

„Ich sehe keine Zukunft ohne fossile Brennstoffe, ganz sicher nicht bis 2050 und vermutlich auch lange danach nicht“, sagte IEA-Direktor Claude Mandil. „Der Hauptunterschied zu der letzten Prognose ist, dass sich die Kohlenachfrage weit stärker entwickelt als erwartet, was gut für die Energiesicherheit, aber schlecht für das Klima ist.“ Von 2003 bis 2005 ist der weltweite Verbrauch von Kohle um 1,1 Mrd. Tonnen gestiegen – und damit so stark wie im Zeitraum von 1979 bis 2002.

Für problematisch hält die IEA auch die steigende Abhängigkeit vom Öl – vor allem da es aus politisch instabilen Regionen importiert wird. Nach der Prognose wird der weltweite Ölverbrauch bis 2030 um 32 auf 116 Mill. Barrel pro Tag steigen. Der überwiegende Teil des zusätzlichen Angebots wird dabei von einer kleineren Zahl an Opec-Mitgliedern gestellt. Die Ölproduktion außerhalb der Opec wird dagegen im nächsten Jahrzehnt den Höhepunkt erreichen. Deutlich nach oben revidierte die IEA die Prognose für den Rohölpreis. 2030 rechnet sie mit 97,30 Dollar je Barrel. Vor einem Jahr hatte die Prognose noch bei 65 Dollar gelegen.

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