Prognosen sehen Konservative deutlich vor Pasok
Regierungswechsel in Griechenland bahnt sich an

Die griechischen Konservativen haben die Parlamentswahl am Sonntag ersten Prognosen zufolge deutlicher als erwartet für sich entschieden und werden offenbar im Olympia-Jahr die seit elf Jahren regierenden Sozialisten an der Macht ablösen.

HB ATHEN. Den unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlichten Zahlen zufolge erhielt die konservative Neue Demokratie (ND) von Kostas Karamanlis zwischen 44,5 und 47 Prozent der Stimmen. Die Sozialisten mit dem bisherigen Außenminister Georgios Papandreou an der Spitze lagen der Prognose des Wahlforschungsinstitut Alter Television zufolge zwischen 38,5 und 41 Prozent. Im Jahr 2000 hatte die ND in den ersten Prognosen knapp vorne gelegen, die Abstimmung aber am Ende verloren. Die diesjährige Wahl gilt in Griechenland als die bedeutendste seit dem Ende der Militärregierung vor 30 Jahren. Vor der neuen Regierung stehen mit den Gesprächen über die Wiedervereinigung der Insel Zypern und einer Beschleunigung der Bauarbeiten für die Olympischen Sommerspiele in Athen in diesem Jahr wichtige Entscheidungen an.

Auch Prognosen anderer Institute bestätigten den Abstand von rund fünf Prozent zwischen den beiden großen Parteien. „Das Bild, das wir von allen Nachwahlbefragungen bekommen, ist, dass die Neue Demokratie die Wahl mit einem riesigen Abstand gewinnt“, sagte Alter-Sprecher Nikos Evangelatos. Das so genannte „verstärkte Verhältniswahlrecht“ des Landes sichert dem Wahlsieger eine absolute Mehrheit im Parlament. Bei der Wahl 2000 erhielten die Sozialisten bei einem Stimmenanteil von knapp 44 Prozent 158 der 300 Parlamentssitze. Für die ND hatten nur 70.000 Wähler weniger gestimmt. Mit ihren knapp 43 Prozent stellte sie schließlich 125 Abgeordnete.

Bei schönem, aber kaltem Wetter hatten sich Tausende von Griechen am Sonntag auf den Weg in ihre Geburtsorte auf den Inseln und in den Bergen, um ihre Stimmen abzugeben. Auch viele der rund 1,5 Millionen Griechen, die im Ausland leben, waren extra zur Wahl nach Hause gekommen.

Obwohl Griechenland ein stabiles Wirtschaftswachstum aufzuweisen hat, haben die beiden großen Parteien vor allem mit Wirtschaftsthemen um Stimmen geworben und damit dem Eindruck vieler Bürger Rechnung getragen, bisher sei zu wenig geschehen, um Arbeitsplätze zu schaffen und den Lebensstandard auf breiter Ebene zu verbessern. Nicht zuletzt wegen schlechter Umfragewerte hatte der bisherige Ministerpräsident Costas Simitis darauf verzichtet, wieder für die Pasok anzutreten, und hatte den Weg für Papandreou freigemacht.

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