Prominenter US-Politologe: Ist Europa richtig aufgestellt?
Kagan warnt EU vor russischen „Autokraten“

Die Europäische Union sollte sich auf eine mögliche politische Konfrontation mit Russland einstellen. Dies sagte der prominente US-Politologe Robert Kagan in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Konflikte drohten vor allem um Georgien und um die Ukraine.

BRÜSSEL. Er habe große Zweifel, ob die EU der Herausforderung gewachsen sei, so Kagan. Auch das Ziel einer „strategischen Partnerschaft“ mit Moskau sei fragwürdig. Die EU-Außenminister hatten am Montag in Brüssel grünes Licht für ein neues Partnerschaftsabkommen mit Russland gegeben. Die Verhandlungen sollen im Juni beginnen.

Unter Präsident Wladimir Putin habe sich Moskau vom Westen abgewandt und sei zu einer klassischen Großmachtpolitik zurückgekehrt, sagte Kagan. Russland sei heute eine „Autokratie“ und pflege einen Politikstil wie im 19. Jahrhundert. Demgegenüber sei die EU mit der Überwindung der Nationalstaaten und ihrer „Soft power“ bereits im 21. Jahrhundert angekommen, sagte Kagan. „Die große Frage lautet nun: Ist Europa richtig aufgestellt, um mit dieser Herausforderung fertig zu werden?“

Kagan war mit seinem Buch über „Macht und Ohnmacht“ und die wachsende Kluft zwischen den USA und Europa bekannt geworden. In der nächsten Woche wird er sein neues Buch in Deutschland vorstellen („Die Demokratie und ihre Feinde“). Russland nimmt darin eine zentrale Stellung ein. Laut Handelsblatt plant der 49-jährige, sich in den US-Wahlkampf einzuschalten. Derzeit unterstützt er den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain, für den er auch Reden schreibt.

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