Prominentes Opfer
Neuer Mordanschlag erschüttert Beirut

Unmittelbar vor der Bekanntgabe eines neuen Syrien-kritischen Berichts der Vereinten Nationen zum Hariri-Mord ist im Libanon erneut ein prominenter Kritiker der syrischen Regierung ermordet worden.

dpa NEW YORK/BEIRUT. Bei dem Bombenanschlag in Beirut starb am Montag der Journalist und Parlamentsabgeordnete Dschubran Tueini. Mit ihm kamen mindestens drei weitere Menschen ums Leben, mehr als zehn wurden nach Angaben von Polizei und Ärzten zum Teil schwer verletzt. Deutschland, Frankreich und die EU, aber auch Syrien verurteilten den Anschlag scharf.

In seinem neuen Bericht bekräftigt der deutsche UN-Sonderermittler Detlev Mehlis seine Vorwürfe gegen Syrien. Die Ermittlungen in den vergangenen zwei Monaten hätten den Verdacht untermauert, dass der syrische Geheimdienst für den Bombenanschlag auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri mitverantwortlich war. Bisher „gibt es 19 libanesische und syrische Verdächtige“, heißt es in dem 25-seitigen Bericht, der am Montagabend dem Weltsicherheitsrat in New York zugestellt wurde. Bereits in seinem ersten Report vom 21. Oktober hatte Mehlis unter anderen den Bruder und den Schwager des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Verdächtige genannt.

Unter den 19 namentlich nicht genannten Verdächtigen sind offensichtlich auch jene fünf Syrer, die die UN-Ermittler in der vergangenen Woche in Wien verhört hatten. Damaskus hatte der Vernehmung eines sechsten Mannes, der ebenfalls vernommen werden sollte, laut Mehlis nicht zugestimmt.

Der Syrer Hussam Taher Hussam, der seine eigene Regierung im Verhör belastet und seine Aussage später im syrischen Staatsfernsehen widerrufen hatte, ist für Mehlis weiter einer der Hauptzeugen. Nach seiner angeblichen Flucht aus libanesischem Polizeigewahrsam nach Syrien hatte Hussam seinen Widerruf damit begründet, von der libanesischen Regierung bestochen worden zu sein, um Syrien zu belasten. Laut Mehlis liegen den UN-Ermittlern inzwischen „glaubhafte Informationen“ vor, nach denen syrische Behörden einige von Hussams engsten Verwandten festgenommen und bedroht haben.

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