Propaganda Serbische Medien schüren Kriegsangst

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Guerilla-Kämpfer mit Osterhasen-Masken
Serbiens Aufmarsch mit dem großen Bruder
A Serbian army soldier rides on a military vehicle during preparations for a military parade in Belgrade
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„Serbisches Roulette“ überschrieb ein Belgrader Magazin seine aktuelle Titelgeschichte. Es geht um die Frage, wie viel russische Umarmung der EU-Kandidat Serbien zulassen darf. Denn Serbien gedenkt an diesem Donnerstag mit einer großen Militärparade des 70. Jahrestages der Befreiung von der deutschen Besatzung.

Serbian President Nikolic weclomes Russian President Putin outside Serbia Palace building in Belgrade
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Pikant ist dabei der Ehrengast: Um dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (hier links bei der Ankunft mit Serbiens Präsident Tomislav Nikolic) die Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Gedenkfeier in Belgrad eigens um vier Tage vorverlegt.

Russian President Vladimir Putin visits Serbia
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Die Rote Armee hatte gemeinsam mit den kommunistischen Tito-Partisanen die Deutschen vertrieben. Wegen der Ukraine-Krise beobachten die USA und die EU das Geschehen aufmerksam.

Serbian army soldiers walk along a street during preparations for a military parade in Belgrade
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Es ist der erste Militäraufmarsch nach fast 30 Jahren in dem verarmten Balkanland (hier im Bild Vorbereitung). Serbien war schon zuvor vorgehalten worden, sich nicht der Brüsseler Sanktionspolitik gegenüber Moskau angeschlossen zu haben. Belgrad pocht auf die traditionell guten Beziehungen der beiden „Bruderstaaten“.

huGO-BildID: 39769528 A Serbian army soldier cleans military vehicles parked in Usce park, two days before an upcoming military parade, in Belgrade,
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Über die Kosten der Parade, an der auch die russische Flugschautruppe Strizi (Die Flinken) mit ihren MiG-29-Maschinen teilnimmt, bewahrt die Regierung Stillschweigen.

A woman in a wheelchair watches as the Serbian army prepares for a military parade in Belgrade
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Das vor dem Bankrott stehende Serbien hofft, dass Russland sich an der Sanierung der maroden Staatsbetriebe beteiligt. Im Gegenzug sieht Belgrad Chancen für seine Agrarindustrie nach den von Moskau begrenzten Lebensmittelimporten aus der EU.

A Serbian army paratrooper is pictured during preparations for a military parade in Belgrade
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Erst vergangenen Sonntag hatte Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic noch einmal klargestellt, dass sein Land in der Ukraine-Krise nicht der EU-Sanktionslinie gegen Moskau folgen wird. Vucic hat wiederholt angedeutet, Russland könne bei der Sanierung von maroden Unternehmen helfen.

Im Stil der antisemitischen NS-Wochenzeitschrift „Der Stürmer“ veröffentlicht „Novosti“ tagelang fragwürdige Karikaturen. Mal werden schwer bewaffneten albanischen Guerilla-Kämpfern von der EU verharmlosende Osterhasen-Masken aufgesetzt, mal spielen Amerikaner und Europäer auf den Landkarten der Balkanregion Billard – mit einer gezündeten Bombe. In einer anderen Zeichnung erhält ein Albaner mit verzerrtem Gesicht vom Ausland eine brennende Fackel, um die Lunte am Fass namens Balkan anzuzünden.

Zeitungen wie zum Beispiel „Blic“ raten Touristen, in der angelaufenen Saison auf ihrem Weg in den Griechenlandurlaub lieber den Umweg über Bulgarien in Kauf zu nehmen. Die deutlich kürzere Route durch Mazedonien sei zu unsicher. Dabei konnte sich ein dpa-Reporter vor zehn Tagen selbst auf dem Höhepunkt der Kämpfe vergewissern, dass die Urlauber völlig unbehelligt die Region passieren können.

Und wenn nichts von den düsteren Prognosen eintritt, dann helfen immer noch Verschwörungstheorien. Hinter der Krise und den Unruhen in Mazedonien stünden die EU und die USA, sind sich Zeitungen und Zeitschriften sicher. Dann lauten die Überschriften „Die EU treibt Mazedonien in den Bürgerkrieg“. Und warum? Weil sich das Balkanland zu sehr an Russland orientiert und sich an der geplanten russisch-türkischen Gasleitung beteiligen will, behauptet die Zeitschrift „Nedeljnik“ in ihrer neuesten Ausgabe.

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1 Kommentar zu "Propaganda: Serbische Medien schüren Kriegsangst"

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  • EU-Beitrittskandidat Serbien ???? Makedonien ?? Kossovoalbaner ??

    Warum wurde dann von der USA/EU Jugoslavien zerteilt ???

    Wenn nun ALLE Republiken des jugosl.-Staatsverbandes in die selbe Gemeinschaft kommen sollen ??

    ALLE aus der Region kommend bestätigen, dass Albanien dort die Macht übernommen hat.
    Was will uns also dieser Beitrag sagen??

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