Prorussische Separatisten
Mindestens 30 Soldaten in Ostukraine getötet

Im Osten der Ukraine halten die Kämpfe an. Separatisten beschossen die Stellungen der Armee mit Raketen und töteten dabei mindestens 30 Soldaten. Angela Merkel fordert nun Maßnahmen von Präsident Poroschenko.
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KiewDie prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine haben die Streitkräfte nach Regierungsangaben mit Artilleriewaffen beschossen. Bei dem Angriff mit Raketenwerfern seien mindestens 30 Soldaten und Grenzschützer getötet worden, sagte ein Berater des Innenministeriums am Freitag. Die Zahl der Opfer könne noch steigen. Sollte sich dies bestätigen, wäre es der verlustreichste Angriff der Rebellen seit dem Ende der von Präsident Petro Poroschenko einseitig verkündeten Waffenruhe am 30. Juni. Eine Antwort auf den „terroristischen Akt“ werde nicht lange auf sich warten lassen, kündigte der Ministeriumsberater an, der die Separatisten als „blutrünstigen Abschaum“ bezeichnete.

Die Aufständischen bekannten sich zu dem Angriff. Das Militär sei mit dem sowjetischen Mehrfachraketenwerfersystem BM-21 „Grad“ (Hagel) beschossen worden, teilten die militanten Gruppen mit. Sie kündigten weitere Attacken auf die Regierungseinheiten an. Bei einem zweiten Raketenwerferangriff bei Lugansk starben weitere vier Grenzsoldaten.

Ukraines Präsident droht Rebellen drastische Vergeltung an
Derweil hat Poroschenko hat den prorussischen Separatisten drastische Vergeltung für einen Raketenwerfer-Angriff auf die Regierungstruppen angedroht. Für jeden getöteten ukrainischen Soldaten würden die Rebellen mit Hunderten ihrer Leute zahlen, erklärte Poroschenko am Freitag auf seiner Internetseite. „Kein einziger Terrorist werde seiner Verantwortung entgehen.“

Bei dem Angriff sollen nach Angaben aus dem Innenministerium mindestens 30 Soldaten und Grenzschützer getötet worden sein. Eine Antwort auf den "terroristischen Akt" werde nicht lange auf sich warten lassen, kündigte ein Ministeriumsberater an, der die Separatisten als "blutrünstigen Abschaum" bezeichnete.

Die Regierungstruppen gehen mit einer abstimmten Offensive von Armee und Truppen des Innenministeriums gegen die Separatisten vor, die im Gebiet von Donezk, Luhansk und Slawjansk "unabhängige Volksrepubliken" ausgerufen hatten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte Poroschenko am Donnerstagabend in einem Telefonat, "bei seinem legitimen Vorgehen gegen die Separatisten Verhältnismäßigkeit zu wahren und die die Zivilbevölkerung zu schützen".

Poroschenko hatte nach der Rückeroberung von Slawjansk seinem Militär den Befehl erteilt, jetzt nicht nachzulassen und zügig auch Donezk und Luhansk einzunehmen. Von einer Waffenruhe war nach den Erfolgen der Regierungstruppen keine Rede mehr.

Auch Bus mit Bergleuten beschossen

Das ukrainische Militär geht seit Wochen mit einer abstimmten Offensive von Armee und Truppen des Innenministeriums gegen die Separatisten vor, die im Gebiet von Donezk, Lugansk und Slawjansk „unabhängige Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Sie streben eine Abspaltung des Gebiets von der Ukraine an. Am vergangenen Wochenende gaben die Rebellen Slawjansk auf und zogen sich nach Donezk zurück. Seitdem gab es immer wieder kleinere Scharmützel. Im Grenzgebiet zu Russland wurde dabei nach Fernsehberichten vom Freitag auch ein Bus mit Bergleuten beschossen. Fünf Arbeiter seien dabei getötet worden. Das Energieunternehmen DTEK erklärte daraufhin, die Arbeit in vier Bergwerken werde vorübergehend eingestellt.

Außerdem seien in der Nacht zum Freitag zwei Soldaten und ein Grenzschützer ums Leben gekommen, als ihr Fahrzeug nahe Dowschanski an der russischen Grenze auf eine Mine gefahren sei, teilte ein Militärsprecher mit. Ein weiterer Soldat sei in der nahe Donezk gelegenen Stadt Karlowka getötet worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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