Prostitutionsgesetz in Frankreich
Nationalversammlung stimmt Geldbußen für Freier zu

Das neue Prostitutionsgesetz nimmt in Frankreich die erste Parlamentshürde. Freier sollen mit Bußgeld bestraft und potentielle Aussteigerin besser unterstützt werden. Die Zustimmung des Senats steht noch aus.
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ParisIn Frankreich sollen Kunden von Prostituierten künftig mit einem Bußgeld von 1500 Euro bestraft werden: Das umstrittene Prostitutionsgesetz dazu nahm am Mittwoch in Paris die erste parlamentarische Hürde. Mit großer Mehrheit stimmte die Nationalversammlung für die Neuregelung. Nun geht die Vorlage in den Senat, der in den nächsten Monaten darüber beraten will.

Der Gesetzentwurf hatte die Wogen in Frankreich in den vergangenen Monaten hochschlagen lassen, auch weil sich zahlreiche Prominente wie die Schauspielerin Catherine Deneuve gegen eine Bestrafung der Freier wandten. Die regierenden Sozialisten, aber auch Abgeordnete der konservativen Opposition, hoffen, mit der Bestrafung von Freiern die Prostitution zurückdrängen zu können. Kritiker, darunter auch viele Grüne, befürchten hingegen, dadurch würden die Prostituierten gezwungen, noch stärker im Verborgenen zu arbeiten, was gefährlicher ist.

Der Gesetzentwurf, der von Abgeordneten von Regierung und Opposition gemeinsam eingebracht worden war, sieht für Freier im Wiederholungsfall sogar eine Geldstrafe von 3750 Euro vor. Als Alternative oder Ergänzung zu einer Geldstrafe können auch Kurse zur „Sensibilisierung“ der Männer angeordnet werden. Vorbild für den Entwurf war Schweden, wo Freier bereits seit 1999 betraft werden.

Auch in Deutschland ist ein neues Prostitutionsgesetz geplant. Union und SPD wollen Freier dann bestrafen, wenn sie wissentlich die Notlage einer Zwangsprostituierten ausnutzen.

Durch den neuen Gesetzentwurf in Frankreich soll zugleich der auf die Prostituierten zielende Straftatbestand des „Kundenfangs“ abgeschafft werden, der die Frauen mit zwei Monaten Gefängnis bedroht, wenn sie öffentlich um Freier werben.

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  • Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • Wo ist da die Logik? Das Anbieten von Sex wird erlaubt (war bis jetzt verboten) und das Kaufen wird verboten (war bis jetzt erlaubt). Abgesehen davon, dass Hollande sich in seinem France noch unbeliebter (ja, da ging noch ein kleines bisschen!) macht, ist der ganze Quatsch doch ein Nullsummenspiel einer sehr fragwürdigen politischen Kultur, die sich aus moralisch-pädagogischen Gründen in private Angelegenheiten einmischt, weil die Flics zu dämlich sind, die Kriminellen richtig aufzumischen. Adieu freiheitlicher Rechtsstaat, bonjour la Gouvernante!

  • Es läuft alles auf Madame Le Pen von der FN hin, das sie die Zukünftige sein wird

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