Protektionismus
„Buy Chinese“-Klausel löst weltweit Sorge aus

Protektionistische Tendenzen in China haben weltweit Kritik und Sorge vor einer wirtschaftlichen Abschottung der Volksrepublik in der Krise ausgelöst. Die Weltbank warnte die Regierung in Peking am Donnerstag davor, ihren Ruf als Kämpfer gegen den Protektionismus aufs Spiel zu setzen.

HB PEKING. Der Weltbank-Chefökonom in China, Ardo Hansson, sagte, China habe als große Exportnation durch Handelsbeschränkungen mehr zu verlieren als die meisten anderen Staaten. China hat Anfang Juni in einer zunächst wenig beachteten Direktive mit Blick auf das Konjunkturprogramm in Höhe von 585 Mrd. Dollar angeordnet, nach Möglichkeit inländische Produkte bei staatlich finanzierten Projekten zu bevorzugen.

Durch einen Bericht in der englischsprachigen Zeitung „China Daily“ geriet das Thema nun in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Die Amerikanische Handelskammer in China äußerte sich besorgt, dass chinesische Klauseln zum Schutz für den einheimischen Handel die in Jahrzehnten erzielten Fortschritte für weltweit offenere Märkte untergraben könnten. Zuletzt hatten auch westliche Firmen darüber geklagt, bei Aufträgen in China nicht zum Zuge gekommen zu sein - unter anderem bei milliardenschweren Ausschreibungen für Windkraftanlagen.

BASF-Chef Jürgen Hambrecht warnte mit Blick auf die chinesischen Klauseln zum Schutz der einheimischen Wirtschaft vor einer weltweiten Protektionismuswelle. „Für uns sind solche Nachrichten sehr besorgniserregend“, sagte der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft dem Handelsblatt vom Donnerstag. „Wir müssen befürchten, dass nach solchen Überlegungen in den USA und China andere Länder nachziehen und wir ein Hochschaukeln erleben, das am Ende allen schadet, und zwar langfristig.“

Die EU-Kommission lässt derzeit prüfen, ob die chinesischen Klauseln den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) entsprechen.

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