Protest aus Nordkorea erwartet
Südkorea provoziert mit Weihnachtsbaum

Südkorea will an der Grenze zu Nordkorea einen Weihnachtsbaum aufstellen lassen – als Zeichen religiöser Freiheit, wie es heißt. Nordkorea wird das vermutlich als Provokation und propagandistische Kriegsführung ansehen.
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SeoulTrotz der zu erwartenden Proteste aus Nordkorea will Südkorea einen großen, beleuchteten Weihnachtsbaum an der Grenze der beiden verfeindeten Staaten aufstellen. Der neun Meter hohe Baum soll ab dem 23. Dezember zwei Wochen lang auf einem Berg drei Kilometer von der Grenze entfernt platziert werden, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Dienstag mit.

Im Oktober erst hatte Seoul eine Leuchtinstallation aus Stahl in Gestalt eines Weihnachtsbaums aus Sicherheitsrisiken abgerissen, die 43 Jahre dort gestanden hatte.

Dieser Turm hatte die Spannungen zwischen den Staaten erhöht, weil das atheistische Pjöngjang ihn als Mittel propagandistischer Kriegsführung ansah. Als sich die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea in einer Phase der Annäherung etwas entspannt hatten, ließ Seoul die Lichter des Stahlturms ausschalten.

Doch als die Spannungen wieder zunahmen, erlaubte die südkoreanische Regierung christlichen Gruppen, ihn 2010 und 2012 wieder zu beleuchten.

Nun teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit, der entsprechende Plan einer christlichen Gruppe zur Aufstellung des neuen Baums sei gebilligt worden. Damit solle gezeigt werden, dass religiöse Freiheit garantiert werde. Der Baum steht auf einem Gipfel, der hoch genug ist, dass in Grenznähe lebende Nordkoreaner ihn sehen können.

In Korea gilt zwar seit 1953 ein Waffenstillstand, doch befinden sich beide Staaten formal immer noch im Kriegszustand. Es kommt immer wieder zu Feindseligkeiten.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Protest aus Nordkorea erwartet: Südkorea provoziert mit Weihnachtsbaum"

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  • Mich verwundert der Artikel.
    "Ein Land der freien Welt" provoziert ein anderes Land?
    "Ein Land der freien Welt" schreibt einem anderen Land eine Religion vor?
    Das ist aber etwas ganz Neues ...

  • Bedauerlich, dass die Kriegstreiber-Fraktion in Südkorea derzeit wieder die Oberhand hat. Es gibt leider zu starke Konflikt-Gewinnler im Süden (z.B. die Generalität im Verteidigungsministerium), die jeden Entspannungsversuch von Frau Park im Keim ersticken.

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