Protest gegen Rentenreform
Paris brennt, Sarkozy droht

Tankstellen ohne Benzin und randalierende Jugendliche - Frankreich wird von Streiks gegen die geplante Rentenreform und die Politik ihres Regierungschefs erschüttert. Der Protest eskaliert, Staatspräsident Sarkozy reagiert.
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PARIS. Seit Tagen spitzt sich die Situation zu, vor allem die Benzinknappheit lähmt das Land. Es ist eine der stärksten Streikbewegungen, die Frankreich bisher erlebt hat. Nun greift die Regierung heftig durch, um die Energieversorgung zu sichern.

Staatspräsident Nicolas Sarkozy lässt die Blockaden von Tanklagern mit Polizeigewalt brechen und versucht, die Probleme kleinzureden. Er wolle möglichst schnell "zur Normalität zurückkehren", sagte Sarkozy bei einer Kabinettssitzung in Paris. "Wenn die Blockaden nicht schnell beseitigt werden, könnte diese Randale gravierende Folgen haben und den wirtschaftlichen Betrieb im Lande beschädigen", warnte er. Alle zwölf Raffinerien in Frankreich sowie wichtige Tanklager werden blockiert.

Rund 30 Prozent der landesweit 12 500 Tankstellen haben keinen Sprit mehr, an den anderen müssen die Autofahrer teilweise mehr als eine Stunde warten. Im Westen des Landes war die Situation besonders problematisch, weshalb dort auch die ersten Depots geräumt wurden. "Wir lassen nicht zu, dass unser Land lahmgelegt wird", sagte Innenminister Brice Hortefeux. Wer arbeiten will, müsse arbeiten können, die Freiheit dürfe nicht eingeschränkt werden.

Bei der unpopulären Rentenreform geht es vor allem um die Erhöhung des Rentenalters von 60 auf 62 Jahre, die volle Rente würden die Franzosen dann erst mit 67 statt mit 65 Jahren bekommen. Die Reform soll noch in dieser Woche verabschiedet werden, frühestens allerdings am morgigen Donnerstag. Wegen der Mehrheitsverhältnisse gilt es als sicher, dass sie durchkommt.

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  • @ Wahrer Stuttgarter

    Zustimmung!!

    Diese internetforen bestehen mittlerweile zu einem grossen Teil leider aus Kommentaren von Ewiggestrigen und Minderbemittelten, die sich aus irgendwelchen Gründen benachteiligt fühlen. Und dabei schliessen die von ihrer persönlichen Suituation auf die Gesamtsituation. Statt Alles und Jedes in Foren zu bemäkeln, sollten die die Zeit besser nutzen, um bewerbungen zu schreiben oder sich fortzubilden. Dann bekämen die vielleicht auch mal wieder nen Job und bräuchten nicht mehr so viel herumzujaulen.

  • @Denkerist:
    Mein Gott, hast Du eigentlich nix zu schaffen?! Musst zu jedem Thema Deinen Senf dazugeben und alles an den Haaren immer wieder auf Dein Lieblingsthema "Stuttgart 21" beziehen! brutalität der Regierenden... Polizeistaat Deutschland... bla, bla, bla... Komm mal wieder zurück in die Realität (oder von Deinem baum runter)!
    Manche Dinge machen Sinn oder sind einfach notwendig. Ersteres gilt für S21 und zweiteres für die Rentenreform der Franzosen!

  • ich denke auch in Deutschland wird sich friedlich nichts mehr tun. Die Politik ist ja nur noch die Marionette der Reichen.

    Es wurde ja seit Antritt der schwarz-geld-Regierung KEiN Gesetz zugunsten der bürger gemacht. Und amEnde der Vorgängerregierung war e nicht besser.

    Hier hilft nur noch der Urknall. Der Krug geht zu brunnen bis er bricht.

    Zur Zeit hilft noch Propaganda wie die Fachkräftelüge um das Faß nicht zum Explodieren zu bringen. Aber gerade bei diesem beispiel sind es sehr wenige die der Regierung noch Glauben schenken. ist wie am Ende der DDR : Die Regierenden haben jeglichen bezug zum Volk verloren.
    ich befürchte nur, daß Veränderungen nicht so friedlich abgehen, Stuttgart21 war schon einVorgeschmack der brutalität der Regierenden - und da ging es noch nicht um viel.

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