Protest gegen Wirtschaftspolitik
Generalstreik lähmt Griechenland

Ein Generalstreik aus Protest gegen die Wirtschaftspolitik der konservativen Regierung hat am Dienstag das öffentliche Leben in Griechenland lahmgelegt. Der Flug-, Bahn - und Fährverkehr kam völlig zum Erliegen. Auch Schulen, Behörden und viele Banken blieben geschlossen. In Krankenhäusern wurde ein Notdienst eingerichtet.

HB ATHEN. Dem Streikaufruf der Gewerkschaftsverbände GSEE und ADEDY folgten mehrere hunderttausend Menschen. "Das Land ist faktisch zu einem Stillstand gelangt", sagte Gewerkschaftssprecher Efstathios Anestis. "Die Beteiligung ist sehr hoch und überschreitet in vielen Bereichen 90 Prozent des Personals."

Der 24-stündige Ausstand richtete sich besonders gegen das im März verabschiedete Gesetz zur Reform der Altersversorgung. Die Gewerkschaften protestieren außerdem gegen die geplante Privatisierung der Fluggesellschaft Olympic Airlines und fordern eine Ausweitung der Sozialausgaben.

Allein bei Olympic wurden 150 Flüge gestrichen. Neben Inlandsverbindungen waren auch Strecken nach Frankfurt am Main, London, Brüssel, Rom und Paris betroffen. Bei der Gesellschaft Aegean Airlines fielen 46 Inlandsflüge aus. Mittags traten auch die Fluglotsen in einen vierstündigen Streik.

Nach Einschätzung des Deutschen Reiseverbands hielten sich die Auswirkungen des Generalstreiks auf deutsche Urlauber in Grenzen. "Die Hauptsaison ebbt langsam ab", sagte Sprecher Torsten Schäfer. Daher seien nicht mehr so viele Urlauber unterwegs wie in den Hauptmonaten. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, der Streik habe für die Fluggesellschaft so gut wie keine Auswirkungen. Ein Flug von München nach Athen sei am Morgen um 20 Minuten vorverlegt worden, um den Streik zu umgehen. Ein weiterer Flug von Frankfurt nach Athen starte mit drei Stunden Verspätung.

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