Proteste auf Kuba
Regimegegner fordern Castro heraus

Regimekritiker haben auf Kuba öffentlich gegen die fortgesetzte Inhaftierung von Oppositionellen protestiert. Dabei kam es im Zentrum von Havanna zu Konfrontationen mit Anhängern der sozialistischen Regierung von Präsident Raúl Castro.
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HB HAVANNA. An den Protesten zum internationalen Menschenrechtstag nahmen am Donnerstag (Ortszeit) auch Dissidenten der Gruppe "Damen in Weiß" teil, der Familien von 75 Oppositionellen angehören, die 2003 verhaftet wurden und von denen noch immer 53 im Gefängnis sitzen.

An der Aktion der "Damas de Blanco" beteiligten sich rund 30 Frauen. Die Gruppe wurde von etwa 200 Regierungsanhängern umrundet, die die Dissidenten als "Söldner" bezeichneten. Bereits am Mittwoch war es zu ähnlichen Aktionen gekommen. Die britische BBC berichtete, auch das Auto eines britischer Diplomaten, der die Proteste beobachten wollte, sei attackiert worden. Zivilpolizisten hätten aber zum Schutz des Mannes eingegriffen. Über etwaige Verletzte wurde nichts bekannt.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sitzen auf Kuba rund 200 politische Häftlinge im Gefängnis. Die Regierung lehnt diese Bezeichnung ab und betrachtet die Inhaftierten als "Söldner", die im Dienste der USA stünden und die öffentliche Sicherheit Kubas gefährdeten. Offizielle Medien veröffentlichten Interviews mit einem Parlamentsberater und einer Staatsanwältin, die erklärten, auf Kuba gebe es keine Menschenrechtsverletzungen, und auch die Haftbedingungen hätten sich erheblich verbessert.

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