Proteste der Bevölkerung
Britischer Soldat bei Bombenanschlag in Basra getötet

Bei einem Bombenanschlag im südirakischen Basra ist am Donnerstag nach britischen Angaben ein Soldat der britischen Besatzungstruppen getötet worden.

Reuters BAGDAD. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden, schwebten aber nicht in Lebensgefahr, sagte ein Militärsprecher Reuters. Die Soldaten seien mit einem Militärkrankenwagen am Rande des Stadtzentrums unterwegs gewesen. Seit dem am 1. Mai erklärten Ende der Hauptkampfhandlungen wurden bei irakischen Angriffen sieben britische und 60 US-Soldaten getötet. Die US-Soldaten, die im Nordirak nach Saddam Hussein suchen, vermuten den Anfang April gestürzten irakischen Präsidenten noch immer in der Umgebung seiner Heimatstadt Tikrit.

Das Fahrzeug der Soldaten sei deutlich als Krankenwagen gekennzeichnet gewesen und habe britischen Soldaten und irakischen Zivilisten gedient, sagte der Sprecher. Die Rohrbombe sei am Straßenrand in einem Erdhaufen bei einem Laternenmast versteckt gewesen. Es sei noch zu früh, darüber zu spekulieren, wer hinter dem Anschlag stecke.

Der britische Major Charlie Mayo sagte, die Angriffe würden die Koalitionstruppen nicht davon abhalten, der irakischen Bevölkerung zu helfen und Frieden in dem Land zu schaffen. Seit Beginn der US-britischen Invasion des Iraks am 20. März wurden in Kämpfen insgesamt 15 britische und 191 US-Soldaten getötet. Allein Ende Juni starben bei einem Anschlag in der Nähe von Amarah sechs britische Feldjäger.

Die britischen Truppen sind im Süden des Iraks stationiert, in dem die wichtige Hafenstadt Basra liegt. Die US-Soldaten kontrollieren unter anderem die Hauptstadt Bagdad und sind im Norden des Landes auf der Suche nach Saddam. „Sein Bewegungsspielraum und seine Unterstützung werden immer geringer“, sagte Oberst James Hickey von der 1. Brigade der 4. Infanteriedivision in Tikrit. „Wir werden ihn früher oder später kriegen.“ Die Region sei seine Machtbasis gewesen und jene Leute, die ihn bis zuletzt unterstützt hätten, kämen von dort.

Saddam ist untergetaucht, seit die US-Truppen am 9. April mit ihrem Einmarsch in Bagdad seine Regierung stürzten. Seine Söhne Udai und Kusai, die Teil des Machtapparates waren, wurden im Juli von US-Soldaten bei einem Gefecht in Mossul erschossen.

In Basra kam es am Wochenende zu heftigen Protesten der Bevölkerung gegen Strom- und Benzinkürzungen. Stromausfälle führten zu einer drastischen Reduzierung der Ölexporte. Ursache sind nach Informationen des Ölministeriums vor allem Diebstähle der kupfernen Stromkabel. „Sie stehlen es (das Kupfer) und schmuggeln es in den Iran“, sagte ein Vertreter des Ministeriums. Wenn dieses Problem nicht gelöst werde, könnten die Exporte ganz unterbrochen werden. Von Südirak aus wurden den Informationen des Ministeriums zufolge sonst etwa 500 000 Barrel pro Tag exportiert. Derzeit seien es wegen der Einschränkungen zwischen 200 000 und 300 000 Barrel (ein Barrel sind 159 Liter).

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