Proteste
Gaza-Offensive: Israel gerät zunehmend in die Kritik

Trotz massiver internationaler Proteste will Israel die Militäroffensive im palästinensischen Gazastreifen mit unverminderter Härte fortsetzen. Bei Kämpfen in dem Küstenstreifen wurden in den vergangenen Tagen mehr als einhundert Palästinenser getötet. Allein am Samstag kamen 61 Menschen ums Leben, die Hälfte davon Zivilisten.

HB GAZA. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon warf Israel exzessive Gewaltanwendung vor und forderte ein Ende der Militäraktion. Auslöser der neuen Luft- und Bodenoffensive ist der anhaltende Beschuss israelischer Ortschaften mit Raketen aus dem Gazastreifen heraus.

„Israel hat nicht die Absicht, den Kampf gegen Terrororganisationen auch nur eine Minute einzustellen“, sagte Ministerpräsident Ehud Olmert am Sonntag mit Blick auf die Raketenangriffe. Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte, Israel habe dem UN-Sicherheitsrat klar gemacht, dass es sich mit der gegenwärtigen Lage nicht abfinden werde. Ziel sei, die Infrastruktur der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas zu zerstören. Ein Ende des Beschusses durch die Kassam-Raketen „wird nicht in den nächsten zwei Tagen zu erreichen sein, aber wir werden die Aktivitäten mit aller Stärke fortsetzen“.

Barak appellierte an seine Landsleute, sich auf eine Eskalation der Militäreinsätze einzustellen. Bei den Kämpfen am Samstag auch zwei Soldaten ums Leben. Auslöser der Offensive war die Tötung eines Israelis durch eine palästinensische Rakete am Mittwoch. Die Hamas hat erklärt, der Raketenbeschuss werde dann gestoppt, wenn Israel nicht mehr gegen Extremisten im Gazastreifen und im Westjordanland vorgehe.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas erklärte den Sonntag zu einem Tag der Nationalen Trauer. Binnen fünf Tagen wurden nach Angaben von Krankenhäusern einhundert Palästinenser getötet. Palästinenser-Vertreter erklärten, der Samstag habe das schwerste Blutvergießen seit Beginn der Intifada, dem Aufstand gegen die israelische Besetzung, im Jahr 2000 gebracht. Palästinenser-Vertreter Saeb Erekat sagte: „Wenn die israelische Aggression weitergeht, wird sie den Friedensprozess beerdigen“.

Uno-Generalsekretär Ban berief den Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung ein. Erforderte ein Ende der israelischen Gewaltanwendung ebenso wie den Stopp der palästinensischen Raketenangriffe. Die USA ermahnten Israel, die Konsequenzen seines Handelns zu bedenken. Außenministerin Condoleezza Rice wird kommende Woche zu Gesprächen mit Ministerpräsident Ehud Olmert und Abbas in der Region erwartet.

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