Proteste gegen Bildungsreform
Sechs Tote bei Lehrerstreik in Mexiko

Protestierende Lehrer blockieren eine Autobahn im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Die Polizei versucht, die Fahrbahn zu räumen, angeblich sind die Beamten unbewaffnet. Doch dann fallen tödliche Schüsse.

Mexiko-StadtMindestens sechs Menschen sind in Mexiko bei Zusammenstößen zwischen streikenden Lehrern und Polizisten ums Leben gekommen. Rund hundert Menschen wurden verletzt, wie der Sicherheitsminister des südlichen Bundesstaates Oaxaca am Sonntag (Ortszeit) mitteilte.

Rund 500 Bundespolizisten seien in Noxichtlán, 260 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt, eingesetzt worden, um eine von den Demonstranten blockierte Autobahn zu räumen, berichtete die Zeitung „El Universal“. Nach Angaben der Polizei waren die Sicherheitsbeamten unbewaffnet. Der Gouverneur von Oaxaca, Gabino Cué, erklärte, eine Gruppe, die die Lehrer unterstützte, sei für die gefallenen Schüsse verantwortlich.

Der radikale Flügel des Lehrerverbandes CNTE ist gegen verbindliche Bewertungen von Lehrkräften im Rahmen einer Bildungsreform der Regierung. Die Lehrer demonstrieren außerdem gegen die Festnahmen von Gewerkschaftsanführern wegen Geldwäsche und anderen Vorwürfen.

Mindestens zwei der Toten seien Lehrer gewesen, erklärte der Chef der Bundespolizei, Enrique Galindo, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern der Behörden von Oaxaca. Unter den Verletzten befinden sich 45 Polizisten, acht von ihnen mit Schusswunden, wie der Sicherheitssekretär von Oaxaca, Jorge Ruiz Martínez, bekanntgab.

Isabel Garcia, ein Mitglied der politischen Kommission von CNTE, sagte, drei Unterstützer der Proteste seien getötet worden. Details nannte sie nicht.

Auch in anderen Gemeinden und Städten kam es zu Zusammenstößen zwischen Lehrern und der Polizei, darunter in der Gemeinde San Pablo Huitzo und vor den Toren von Oaxaca-Stadt. Mancherorts warfen Demonstranten Steine auf Polizisten.

Die Bundespolizei erklärte, es habe sich um die bislang aggressivsten Proteste in Nochixtlan gehandelt. Ein AP-Reporter sah, wie Polizisten in der Stadt offenbar beim Versuch, die Menge zu vertreiben, auf Demonstranten schossen.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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