Proteste gegen Fahrverbot für Frauen
Haft für 14 Autofahrerinnen in Saudi-Arabien

In Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht Auto fahren. Etliche Bürgerinnen demonstrierten am Sonntag gegen das Gesetz – und setzten sich ans Steuer. Die Regierung reagierte mit Festnahmen.
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Kairo/RiadDie junge Frau ist vollverschleiert und sitzt entspannt am Steuer ihres Wagens. „Wir sind jetzt in der Al-Nadschah-Straße, in Ihsa“, sagt sie mit fröhlicher Stimme. Die Handy-Kamera ihrer Beifahrerin nimmt sie bei dem in Saudi-Arabien verbotenen Treiben auf. „Ich fahre mit meinen Schwestern und mache Besorgungen, so brauchen sie nicht zu warten, bis der Chauffeur kommt. Ich habe einen Führerschein und kann fahren, wir sind nicht in Gefahr.“

Der 46-Sekunden-Clip aus der saudischen Ost-Provinz ist einer von rund einem Dutzend Kurzfilmen, die autofahrende Frauen aus Saudi-Arabien am Samstag über die Internet-Plattform YouTube veröffentlicht haben.

Die Gruppe „Women2Drive“ hatte für den Samstag zum Aktionstag gegen das Fahrverbot für Frauen aufgerufen. Möglichst viele Frauen im islamischen Königreich sollten an diesem Tag das anachronistische Verbot missachten und sich demonstrativ hinters Steuer klemmen. Wie viele Bürgerinnen dem Aufruf Folge leisteten, lässt sich nicht abschätzen. Einige ließen sich dabei filmen und stellten das Ergebnis ins Internet.

Auf den Filmen sind meist vollverschleierte Frauen zu sehen, wie sie am Steuer von Mittel- oder Oberklassewagen durch saudische Städte kreuzen. Eine besonders verwegene Autofahrerin hat nur ihr Haar mit einem Kopftuch bedeckt. Sie zeigt ihr Gesicht und gibt ihren Namen mit Mai al-Sawjan an. Auf einem anderen Clip begeistert sich der Ehemann der Autofahrerin auf dem Beifahrersitz für die Aktion und ruft in die Kamera: „Kommt hervor Mädchen und macht mit!“

Die Behörden hatten ein hartes Durchgreifen angekündigt. Großflächige Polizeikontrollen blieben aber aus, wie Augenzeugen berichteten. Dennoch wurden insgesamt 14 Autofahrerinnen festgenommen, wie die Zeitung „Al-Madina“ am Sonntag vermeldete. Ihnen droht möglicherweise eine heftige Geldstrafe.

Das Fahrverbot für Frauen ist indes in Saudi-Arabien durchaus umstritten. 20.000 Bürgerinnen und Bürger unterzeichneten die Petition der „Women2Drive“-Kampagne. Weibliche Abgeordnete des Schura-Rates – solche gibt es überhaupt erst seit Jahresbeginn – verlangten, die Aufhebung des Fahrverbots auf die Tagesordnung zu setzen. Der Schura-Rat ist ein rein beratendes Gremium, dessen Mitglieder von König Abdullah ernannt werden.

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  • Dies ist einer von vielen Schwachsinnstatbeständen des Korans und seiner Interpreten. So ist die weibliche Genitalverstümmelung gut für die Frau, weil sie dann nicht mehr stinkt und nicht mehr unrein ist; weil sie dann von ihrem unsäglichen Geschlechtstrieb frei ist, der sie sonst jedem Mann zugänglich machte; weil sie dann endlich das bisschen Verstand für die Nöte ihrer Familie und ihres Mannes einsetzen kann. Das lässt sich noch beliebig fortsetzen. Aber es ist natürlich fortschrittlich, denn die Frau soll ja nicht in einen selbstverschuldeten Unfall geraten. Würde ein Mann sterben müssten 2 Frauen totgefahren werden um die Blutschuld zu begleichen. Wo nähmen denn die Saudis so viele Frauen her? Bangladeshi oder Pakistani wären gut und reichlich und vor allem billig zu haben. Ob die Gegenseite dies aber akzeptieren würde. Da ist es schon besser man lässt Mann fahren und beim Unfall gleich mit totfahren. Echt komplex diese koransichten. Nur extrem alte Männer sind dazu in der Lage mit einem langen Bart


  • aber Hallo.... wie siehts denn mit der Allgemeinbildung aus? Der erste Mensch am Steuer eines PKWs war die Frau des Erfinders. Frau Benz war das und das Fahren von Autos für Frauen war lediglich durch den Geldbeutel beschränkt - nicht von den 10 Geboten, der Kirche oder der Angst vor gegwetschten Eierstöcken.

  • So lange es Menschen gibt wird es die menschliche Dummheit geben.

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