Proteste gegen Irak-Krieg
Marsch auf das Pentagon

Weltweit ist es zum vierten Jahrestag des Einmarsches der USA in den Irak zu unzähligen Protesten gekommen. In Washington zogen mehrere tausend Demonstranten zum Pentagon – mit einer klaren Botschaft an ihren Präsidenten.

HB WASHINGTON. Mit Plakaten und Parolen wie "USA raus aus dem Irak - Jetzt" und "Enthebt Bush seines Amtes" zogen die Demonstranten in Washington vor das Pentagon. Die Veranstalter hatten mit mehr Teilnehmern gerechnet; ein heftiger Wintereinbruch erschwerte aber für viele offenbar die Anreise. In San Francisco und Los Angeles gingen ebenfalls Demonstranten auf die Straße, um den Abzug der US-Truppen aus dem Irak zu fordern. Vor dem Weißen Haus wurden mehr als 220 Kriegsgegner festgenommen.

Der Protest sollte auch an einen ähnlichen Marsch vor 40 Jahren angesichts des Vietnam-Krieges erinnern. Zu den Rednern gehörte die bekannte Friedens-Aktivistin Cindy Sheehan, deren Sohn im Irak ums Leben kam. „Er starb für nichts“, sagte Sheehan. Es sei an der Zeit, die „Kriegsmaschine“ abzustellen.

Allerdings hatte sich in Washington auch eine kleinere Gruppe von Befürwortern des Krieges versammelt. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie „Gewinne den Krieg oder ziehe den kürzeren gegen den Heiligen Krieg“ oder „Unsere Soldaten vergießen ihr Blut, um Terroristen von den USA fern zu halten“.

Der Unmut vieler Bürger über den Irak-Krieg hat Bush bereits die Mehrheit im Kongress gekostet und ist der Hauptgrund dafür, dass nur noch etwa 30 Prozent der Bürger mit ihm zufrieden sind. Dennoch hatte Bush im Januar angekündigt, 21 500 zusätzliche Soldaten in den Irak zu schicken, um die ausufernde Gewalt zwischen den Einheimischen vor allem in der Hauptstadt Bagdad unter Kontrolle zu bringen.

Die Forderungen seiner Kritiker, einen baldigen Termin für einen Abzug der US-Soldaten aus dem Irak zu nennen, wies Bush in seiner wöchentlichen Radio-Ansprache erneut zurück. Er kritisierte erneut Bestrebungen im US-Kongress, die Bewilligung weiterer Gelder für den Irak-Krieg mit festen Terminen für einen Truppenabzug zu verbinden. Komme es zu einem derartigen Gesetz, werde er sein Veto einlegen, sagte Bush.

Auch in Europa gab es mehrere Protestmärsche gegen den Irak-Krieg. Alllein in Madrid gingen nach Angaben der Veranstalter 400 000 Menschen auf die Straße. In Istanbul beteiligten sich rund 6000 Demonstranten. In Kopenhagen, Prag, Athen, Thessaloniki und Nikosia folgten mehrere hundert Demonstranten dem Aufruf von Friedensorganisationen. Auch in Barcelona, Sevilla, Valencia, Pamplona wurde protestiert. Sie forderten neben dem Ende des Krieges auch die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo.

Die USA waren am 20. März 2003 in den Irak einmarschiert. Seither sind mehr als 3200 US-Soldaten und viele zehntausende irakische Zivilisten getötet worden.

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