Proteste gegen Mohammed-Video

Angriffe auf Botschaften scharf kritisiert

Die Wut über das islamfeindliche Mohammed-Video ist grenzenlos. In der Arabischen Welt gibt es Proteste, die Gewalt eskaliert – vor allem gegen westliche Botschaften. Die internationale Staatengemeinschaft ist alarmiert.
Update: 15.09.2012 - 11:11 Uhr 10 Kommentare
Marokkanische Demonstranten verbrennen eine US-Flagge. Seit Dienstagnacht weiten sich die Proteste in der arabischen Welt aus. Quelle: dpa

Marokkanische Demonstranten verbrennen eine US-Flagge. Seit Dienstagnacht weiten sich die Proteste in der arabischen Welt aus.

(Foto: dpa)

New YorkDer Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Gewalt gegen diplomatische Einrichtungen in der arabischen Welt scharf verurteilt. Die Angriffe unter anderem auf die deutsche Botschaft im Sudan seien "nicht zu rechtfertigen", kritisierten die 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums in einer am Freitagabend beschlossenen Erklärung. Der Sicherheitsrat erklärte, er sei "zutiefst beunruhigt" über die Gewalt. Das Gremium erinnerte die Gastgeber-Länder der diplomatischen Vertretungen zudem an ihre Pflicht, die ausländischen Einrichtungen zu schützen.

Die wütenden Proteste in der islamischen Welt gegen einen islamfeindlichen Film aus den USA richten sich mittlerweile auch gegen Deutschland. Tausende Demonstranten steckten am Freitag die deutsche Botschaft in Sudans Hauptstadt Khartum in Brand.

Bei vielen weiteren gewaltsamen Protesten in muslimischen Ländern kamen mindestens sechs Menschen ums Leben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte angesichts der Übergriffe "große Sorge" geäußert. "Ich verurteile die Angriffe auf die deutsche Botschaft in Khartum sowie auf mehrere amerikanische Botschaften in aller Schärfe", erklärte Merkel am Freitagabend.

Der Film "Innocence of Muslims" ("Die Unschuld der Muslime"), der den Propheten Mohammed verunglimpft, führt seit Tagen zu Ausschreitungen in der arabischen Welt. Islamisten stürmten am Dienstagabend zunächst in Kairo die US-Botschaft. In der libyschen Küstenstadt Bengasi wurden bei einem Angriff auf das US-Konsulat der US-Botschafter Chris Stevens und drei Mitarbeiter getötet, auch mehrere libysche Sicherheitskräfte starben. Die Proteste weiteten sich anschließend auf immer mehr Länder aus.

Sturm der Botschaft in Khartum
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Auch in Khartum protestierten Menschen gegen das islamfeindliche Video eines Amerikaners, dass weltweit Wellen geschlagen hat. In der Hauptstadt des Sudan gerieten auch die britische und die deutsche Botschaft (Bild) ins Visier der Demonstranten.

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Medienberichten zufolge zogen mehr als 5000 Demonstranten durch Khartum. An der Deutschen Botschaft demontierten einige von ihnen ein Botschaftsschild und steckten Gebäudeteile und Gegenstände rund um die Auslandsvertretung in Brand.

Still image shows demonstrators jumping on emblem of the German embassy after breaking into the mission's compound in Khartoum
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Ein Standbild aus einem Nachrichtenvideo zeigt Demonstranten, die über ein Botschaftsschild laufen.

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Die Polizei schritt schließlich ein und bemühte sich, die Demonstranten auseinander zu treiben. In Bussen und Autos machten sich die Protestteilnehmer Berichten zufolge danach auf dem Weg zur amerikanischen Botschaft.

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Die Polizei setzte Berichten zufolge Tränengas ein, um die Demonstranten vom Botschaftsgebäude zu vertreiben.

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Ein Demonstrant zündete eine deutsche Flagge an, während Umstehende mit Handy-Kameras Fotos und Filme machten.

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Der in Auszügen im Internet verbreitete Film, der als Auslöser für die Proteste gilt, trägt den Titel „Innocence of Muslims“ („Die Unschuld der Moslems“).

US-Präsident Barack Obama hatte am Freitagnachmittag mit einer sehr persönlichen Rede auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews im US-Staat Maryland den vier in Libyen getöteten Botschaftsangehörigen seinen Respekt gezollt. Kurz zuvor waren die sterblichen Überreste des Botschafters Christopher Stevens sowie dreier Mitarbeiter am Freitag eingeflogen worden. Sie waren am Dienstag beim Angriff einer aufgebrachten Menge in der ostlibyschen Stadt Bengasi zu Tode gekommen.

Die Särge wurden in einem Transportflugzeug der US-Luftwaffe eingeflogen und in einem Hangar des Stützpunktes nahe der Hauptstadt Washington aufgebahrt. Präsident Barack Obama ergriff vor den mit Flaggen geschmückten Särgen in einer kurzen Rede das Wort und nannte die Getöteten Patrioten mit amerikanischen Idealen, die ihr Leben für andere gaben. Er umriss kurz ihr jeweiliges Lebenswerk. "Ihr Opfer soll nie vergessen werden. Wir werden diejenigen zur Verantwortung ziehen, die sie uns nahmen" sagte Obama zum Abschluss seiner Ansprache.

Die sterblichen Überreste der vier in Libyen getöteten US-Amerikaner trafen am Freitag in den USA ein. Quelle: dapd

Die sterblichen Überreste der vier in Libyen getöteten US-Amerikaner trafen am Freitag in den USA ein.

(Foto: dapd)

Zuvor sprach auch US-Außenministerin Hillary Clinton, deren Stimme zeitweilig stockte. Sie sagte die Menschen in Ägypten, Tunesien, Libyen und dem Jemen, wo es diese Woche zu gewalttätigen, antiamerikanischen Protesten wegen eines islamfeindlichen Films eines US-Regisseur kam, sollte nicht die "Tyrannei der Diktatur, gegen die Tyrannei des Mobs" eintauschen. Sie spielte damit auf die politischen Umwälzungen des Arabischen Frühlings an. Nach der Ansprache von Obama schien Clinton mit den Tränen zu kämpfen.

Früher am Tag traf Obama mit Vizepräsident Joe Biden die Familien der getöteten Diplomaten. Auch Clinton und US-Verteidigungsminister Leon Panetta zollten den Angehörigen vor der Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt ihren Respekt.

  • afp
  • dapd
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10 Kommentare zu "Proteste gegen Mohammed-Video: UN-Sicherheitsrat verurteilt Angriffe auf Botschaften"

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  • George Bush rief seinerzeit zum Kreuzzug gegen die Barbaren auf. Die Zeit ist nun reif für den ersten Kreuzzug seit dem Mittelalter. Der Islam muss zunächst verboten werden. Das wäre der erste Schritt. Anschließend muss in Nordafrika und im Nahen Osten die Zivilisation wieder hergestellt werden.

  • karstenberwanger
    es kann auch keinen interessieren, weil es keiner weiß

  • Volle Zustimmung
    Aber Deutschlands Politiker mit seinem Gutmenschen-Getue und seinem Schuld-Kult-Wahn rennen sehenden Auges in den Abgrnd udn wrden ganz Deutschland vernichten

  • Diese Leute leben doch nicht im Jetzt. Sie leben doch immer noch wie vor 2000 Jahren.
    Das sollten wir endlich begreifen und nicht noch ständig diese Leute hierher holen
    Wir müssen wieder zu den alten Regeln zurück Hier ist die westliche Welt, dort die moslemische
    Wir brauchen in diesen Ländern keine Botschaften
    Und der Westen muß aufhören, denen westliche Demokratie aufdrücken zu wollen.
    Unsre Politiker sollten sich mal den absoluten Fachmann für solche Fragen holen, nämlich Scholl-Latour
    In der Welt steht zu lesen "Merkel im Visier der Islamisten" http://www.welt.de/politik/ausland/article109246814/Kanzlerin-Merkel-im-Visier-von-Islamisten.html?wtmc=nl.wdwbaufmacher
    Ich habe die Befürchtung, dass es auch nicht mehr lagne dauert und wir haben auch hier solche Krawalle, denn auch hier leben genügend radikale Moslems

  • Mit den Staaten die die Sicherheit von Botschaften und Konsulaten nicht sicherstellen können sollten die diplomatischen Beziehungen eingestellt werden. Das heißt u.a. das Personal wird abgezogen, die Botschaften und Konsulate der betroffenen Länder werden geschlossen und in ihre Heimatländer ausgewiesen. Gleichzeitig wird die Entwicklungshilfe gestoppt.
    Die jüngste Entwicklung bestätigt, dass diese Länder mit einer (sog.) Demokratie nichts anzufangen wissen. Die westlichen Staaten sollten daraus die Lehren ziehen und sich aus den innenpolitischen Konflikten konsequent heraushalten.

  • So ist es!!! An dieser Stelle verweise ich mal auf http://newsbote.com/brennpunkt/islamische-zuwanderung-kostet-milliarden/

    Da regt man sich auf, was wir in die EU Pumpen, aber die Milliarden die seit Jahrzehnten an diese Herrschaften hier fliessen, interessiert komischerweise keinen!!!

  • man muss lange suchen um ein so freies forum wie hier im handelsblatt zu finden, andere printmedien zensieren auf teufel komm raus. an dieser stelle mal einen grossen dank an hb. weiter so!!

  • Die Welt verurteilt die Hass-Morde der Muslime.
    Unser bunter Außenminister hat Verständnis für die Aufregung der religiösen Eiferer.
    Selbstverständlich gibt es keine Reisewarnung für die hochgefährlichen Muslim-Länder.
    Man denkt manchmal, unsere deutschen Politiker wären die Gehaltsempfänger von Muslimen und Migranten.
    So ist auch zu erklären, warum seit 2 Jahren täglich über die "NSU" und ihre Taten berichtet wird, aber nicht über die überbordende Kriminalität der Migranten in unserem Land.
    Das hat wohl etwas mit "politischer Korrektheit" zu tun, dass die Nationalität von muslimischen Straftätern nur dann erwähnt wird, wenn Juden angegriffen werden.
    Und dann heißt es sogar, natürlich werde die überwiegende Anzahl von Übergriffen gegen Juden von Deutschen durchgeführt.
    Ich bin einfach nicht mehr bereit, die pauschale Kriminalisierung der Deutschen zu akzeptieren, selbst dann wenn es sich um rechtslastige Taten handelt, die im Verhältnis zu den Straftaten der Muslime in Deutschland uahlenmäßig fast keine Rolle spielen. 1 "Dönermord" pro Jahr aber 10 Ehrenmorde jährlich von türkischen und arabischen Muslimen.
    Jetzt bin aber mal gespannt, ob das weltoffene HABLA diesen Beitrag unter Hinweis auf "political correctness" zensiert.
    Viele Grüße an die Redaktion. Ihr statesman.

  • Ein wenig provokant möchte ich sagen, dass auch auf einem Bauernhof nicht jedes Lebewesen mitentscheiden darf. Der Bauer sagt was zu tun ist. Auch in erfolgreichen Unternehmen entscheidet nicht jeder mit gleicher Stimme. Warum daher versucht werden soll jedes Land als Demokratie zu führen erschließt sich mir daher nicht. Es müssen schon gewisse Grundvoraussetzungen geschaffen werde. In vielen Ländern müssen aber gewissermaßen noch Evolutionsstufen durchlaufen werden,damit es soweit ist. Bis dahin müssen eben die Bauern entscheiden, damit es nicht zur Katastrophe kommt.

  • Was in z.B. Deutschland im Kleinen, Wiederkehrenden, das in anderen "religiös-eigenen" Teilen der Welt im Massiven. Sie bringen nur Unruhe, Leid, den Tod anderer durch fanatische Besessenheit. Sie drängen ihre fragwürdigen Fibeln in Einkaufsmeilen Dritten als ebenso fragwürdige Weltlösung auf. Lösungen, die Menschen ohne einsetzbares Hirn benötigen. Das zeigen diese Tage auf einen qualitativ billigen Film. Ein in den Medien hervorgetretener Kölner Hartz-VI-Bezieher bezog zu Unrecht mehr als 240.000 EUR. Muss diese offenbar zum Glück zurück zahlen. Kämpfte für mehr Anhänger. Auf Kosten der (deutschen) ALlgemeinheit!!Und: diese Leute bekommen in anderen Ländern Asyl, sie erhalten diverse soziale Leistungen, für die sie nie einen Gegenleistung bringen werden. Außer: Bürgerkrieg - Krieg. Die erste Stufe dazu ist der Überzeugungskrieg auf der Einkaufsmeile.

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