Proteste gegen Öffnung des Dienstleistungssektors
Demonstration in Brüssel gegen Lohndumping

Mehrere Zehntausend Menschen haben am Samstag in Brüssel gegen einen liberalisierten Arbeitsmarkt protestiert. Auch DGB-Chef Sommer war dabei.

HB BERLIN. Gut 60.000 Menschen aus vielen Ländern der Europäischen Union haben am Samstag in Brüssel gegen eine Liberalisierung des Arbeitsmarktes in der EU demonstriert. Drei Tage vor dem EU-Gipfel richteten sie ihre Proteste vor allem gegen die geplante Deregulierung des Dienstleistungssektors. Der Europäische Gewerkschaftsbund hatte die Demonstration organisiert.

Die EU-Kommission will, dass EU-Bürger ihre Arbeitskraft in jedem Mitgliedsstaat anbieten können. Gegner fürchten ein massives Lohn- und Sozialdumping, wenn die Firmen etwa in Deutschland Menschen zu Bedingungen aus ihrem Herkunftsland anstellen.

Auch DGB-Chef Michael Sommer war in Brüssel mit unter den Demonstranten. Er forderte auf Nachfrage eines ARD-Reporters die Bundesregierung dazu auf, sich auf dem anstehenden Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs für die Wahrung der europäischen Sozialstandards einzusetzen. Europa dürfe nicht zum «reinen Deregulierungsprojekt» verkommen.

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