Proteste gegen Vejjajiva
Bangkok: Soldaten schießen auf Demonstranten

In Thailands Hauptstadt Bangkok ist die Lage weiter eskaliert: Tausende Regierungsgegner haben sich in Bangkok im Regierungsviertel hinter Straßensperren verbarrikadiert. Sie wollen dem anrückenden Militär die Stirn bieten. Bei einem Schusswechsel ist ein Mensch getötet worden.

HB BANGKOK/SINGAPUR. Es war der erste gewaltsame Todesfall seit Beginn der Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva am Wochenende. Die Armee erwiderte nach eigenen Angaben Schüsse von Demonstranten, als sie eine wichtige Straßenkreuzung räumen wollte. Einem Augenzeugen zufolge wurden Soldaten bei der Auflösung einer anderen Demonstration aus der Menge mit Brandsätzen beworfen. Dem medizinischem Zentrum von Bangkok zufolge gab es mindestens 77 Verletzte - darunter je zwei Demonstranten und Zivilisten mit Schusswunden. Am frühen Vormittag beruhigte sich die Lage.

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Nach Protesten und dem Abbruch des Asean-Gipfels hatte Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva am Sonntag den Notstand ausgerufen. In der Hauptstadt kamen daraufhin mindestens 40.000 Menschen zu weiteren Protesten zusammen, zumeist Anhänger des früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Sie fordern den Sturz Abhisits. Seit 1932 gab es in Thailand 18 Staatsstreiche. Beobachter schließen einen weiteren nicht aus, falls sich die Lage weiter zuspitzt. Thaksin hatte am Sonntag aus dem Exil heraus erklärt, jetzt sei die "goldene Zeit" des Aufstands gegen die Regierung.

Die Soldaten begannen nach Angaben eines Reuters-Reporters am frühen Montagmorgen mit der Räumung einer wichtigen Straßenkreuzung in Bangkok. Schüsse waren zu hören. Hunderte Demonstranten flüchteten in Seitenstraßen und warfen Steine auf Soldaten. Die Armee erklärte kurz darauf, sie sei von Demonstranten mit Tränengas und Rauchbomben bei der Räumung angegriffen worden. Daraufhin hätten die Soldaten zunächst in die Luft gefeuert. Dann sei aus den Reihen der Demonstranten scharf geschossen worden und die Soldaten hätten das Feuer erwidert. Nach Angaben der Armee wurde eine "beträchtliche Zahl" Demonstranten festgenommen.

Mehrere Länder wie Singapur, Australien und Kanada warnten jetzt vor Reisen in das südostasiatische Land. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte auf seiner Internet-Seite mit, für Touristen bestehe keine besondere Gefahr, solange sie Menschenansammlungen und Demonstrationen fernblieben.

Abhisit selbst war Ende 2008 nach Massenprotesten seiner Anhänger gegen die Regierung der neu formierten Partei Thaksins an die Macht gekommen. Abhisits Anhänger hatten unter anderem Bangkoks Flughafen besetzt, um den Rücktritt des damaligen Regierungschefs Somchai Wongsawat - Thaksins Schwager - zu erzwingen. Hunderttausende Touristen saßen in Thailand fest.

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