Proteste in Ägypten
Demonstranten lehnen Übergangs-Regierungschef ab

Trotz der neuen Protestwelle soll in Ägypten am Montag die Parlamentswahl beginnen. Der Militärrat hat am Donnerstag den Chef einer Übergangsregierung benannt. Unterdessen sterben erneut Demonstranten.
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Kairo/ParisDer Oberste Militärrat in Ägypten hat den früheren Regierungschef Kamal al-Gansuri zum Ministerpräsidenten ernannt. Das berichtete das ägyptische Staatsfernsehen am Donnerstagabend. Der 78-Jährige war bereits von 1996 bis 1999 Regierungschef. General Mochtar al-Mullah vom herrschenden Militärrat hatte die Hoffnung geäußert, noch vor Beginn der Parlamentswahl eine neue Regierung präsentieren zu können.

Gansuri tritt die Nachfolge von Essam Scharaf an, dessen Kabinett nach Ausbruch der neuen Protestwelle den Rücktritt eingereicht hatte. Ungeachtet der gewalttätigen Zusammenstöße der letzten Tage soll die Parlamentswahl wie geplant am Montag beginnen. Der Urnengang soll in drei Phasen stattfinden und im Januar enden. Bis zum 30. Juni soll dann ein neuer Präsident gewählt werden.

Gansuris Aufgabe wird es jetzt sein, eine Übergangsregierung zu bilden, die aufgrund der Wahlen aber voraussichtlich nur einige Monate existieren wird. Dem Vernehmen nach war es deshalb auch nicht leicht für den Militärrat gewesen, einen Übergangsregierungschef zu finden. Denn viele Politiker, die sich Hoffnungen auf einen Ministerposten oder das Amt des Präsidenten machen, wollen in dieser kritischen Übergangsphase lieber keine Verantwortung übernehmen.

Den Ägyptern ist Gansuri als Ministerpräsident in Erinnerung, der sich für die Belange der Armen interessierte. Als Privatisierung und Liberalisierung des ägyptischen Marktes an Dynamik verloren und eine Währungskrise das Vertrauen ausländischer Investoren erschütterte, musste Gansuri 1999 seinen Hut nehmen. Parlamentarier warfen ihm damals einen autokratischen Führungsstil vor. Nach Beginn der Massenproteste gegen Mubarak im vergangenen Januar hatte er sich erstmals seit Jahren wieder öffentlich zu Wort gemeldet und sich für einen Wandel ausgesprochen.

Die Gegner des Militärrats zeigten sich wenig überzeugt von der Ernennung Gansuris. Sie riefen für Freitag erneut zu einer großen Protestkundgebung auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo auf.

Gansuri, der auf die 80 zugeht, sei zu alt für diese Aufgabe, hieß es vielfach. Ägypten brauche in dieser Übergangsphase junge Führungskräfte und keine Großväter, sagte ein Student. „Die Ernennung von Gansuri ist nicht gut für die Revolution. Wir müssen auf dem Tahrir bleiben“, sagte ein 44-jähriger Reiseleiter.

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  • Soso, in der kritischen Übergangsphase keine Verantwortung übernehmen.... was soll man davon wohl halten? Wenn das Nest aber gemacht ist, kommt der Kuckuck und läßt sich füttern...? Da hättense den Mubarack doch dran lassen können...

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