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Proteste in Ägypten: Regierungsgebäude laut TV-Bericht in Brand

Ägypten kommt nach den tödlichen Fußball-Krawallen nicht mehr zur Ruhe. Am Rande der gewaltsamen Proteste in der ägyptischen Hauptstadt ist am Abend in einem Regierungsgebäude ein Feuer ausgebrochen.

Ein Demonstrant schleudert in Kairo einen  Tränengasbehälter zurück in Richtung von Sicherheitskräften. Quelle: dpa
Ein Demonstrant schleudert in Kairo einen Tränengasbehälter zurück in Richtung von Sicherheitskräften. Quelle: dpa

KairoAm Rande der gewaltsamen Proteste in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist in einem Regierungsgebäude ein Feuer ausgebrochen. Ein Gebäude der Steuerbehörden direkt gegenüber des Innenministeriums stehe in Flammen, berichtete das ägyptische Staatsfernsehen am Freitag. Angaben zur Brandursache wurden nicht gemacht, Sicherheitskreisen zufolge waren aber kurz zuvor Unbekannte in das Gebäude eingedrungen. Am frühen Freitagabend lieferten sich tausende Demonstranten vor dem Innenministerium weiter gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei.

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Nach dem Blutbad in einem Fußballstadion ist die Gewalt in Ägypten am Freitag weiter eskaliert und hat mindestens drei Menschen das Leben gekostet. In Kairo kam es den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, der die Protestierenden schwere Versäumnisse vorwerfen.

Augenzeugen und Rettungskräfte berichteten, in Kairo seien ein Demonstrant und ein Offizier der Armee getötet worden und zahlreiche Menschen mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. In Suez schossen Polizisten laut Augenzeugenberichten bei Demonstrationen mit scharfer Munition in die Menge, töteten zwei Demonstranten und verwundeten 15 weitere Menschen.

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Ägypten: Polizei wird für Fußballkatastrophe verantwortlich gemacht

Es waren die ersten Todesopfer bei Kundgebungen seit den schweren Ausschreitungen nach einem Fußballspiel in Port Said am Mittwochabend, bei denen 74 Menschen ums Leben kamen. Vor dem Polizeihauptquartier in Suez versammelten sich etwa 3.000 Menschen, nachdem die Nachricht die Runde machte, eines der Opfer sei aus Suez. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt und mit scharfer Munition in die Menge geschossen, berichteten Augenzeugen. Ein dritter Demonstrant schwebe in Lebensgefahr.

Die Demonstranten in Kairo und anderen Städten sowie Abgeordnete des neu gewählten Parlaments werfen der Polizei vor, gegen die Ausschreitungen in dem Stadion nicht entschieden vorgegangen zu sein oder die Gewalt sogar geschehen haben zu lassen. Die Proteste richten sich auch gegen den regierenden Militärrat.

Gewaltexzess im Fußballstadion

Panorama Gewaltexzess im Fußballstadion

In der Hauptstadt zogen Tausende zum Innenministerium. Einige Demonstranten warfen Steine, die Polizei reagierte mit Tränengas. Hunderte Menschen wurden von Sanitätern behandelt. Mehr als 10.000 Demonstranten hatten sich zuvor auf dem Tahrir-Platz versammelt, von dem sie zum Innenministerium weiterzogen. Dort schlug der anfangs friedliche Protestmarsch in Gewalt um.

„Wir bleiben hier, bis wir unser Recht bekommen“, sagte ein Demonstrant vor dem Innenministerium. „Habt ihr gesehen, was in Port Said passiert ist?“ Dort waren in einem Fußballstadion bei Krawallen am Mittwoch 74 Menschen getötet und rund 1000 verletzt worden. Viele Menschen wurden in Panik zu Tode getrampelt. Die Demonstranten machten die Militärregierung dafür verantwortlich.

  • 03.02.2012, 20:25 UhrAnonymer Benutzer: VOLSREVOLTE

    Diese Parasitenbefeiende Feuer sind der Anfang der Buergerrevolten weltweit. Die Verwaltende Diktatur der selbstversorger wird nun von der Strasse mit eigenen Gesetzen geregelt.

    Die Welt veraendert sich, - der Neuanfang ohne fetter Maden ist in Vorbereitung - ENDLICH !!

  • 03.02.2012, 20:25 Uhrhdtvideo

    Es ist schade, dass das Handelsblatt trotz im allgemeinen guter Berichterstattung über die ökonomischen Faktoren der Unruhe in Ägypten (aber auch anderswo, wie in Libyen und Syrien) hinwegsieht. Ich will nur einen Faktor nennen: das ägyptische Militär ist in diesem von Massenarmut und steigenden Brotpreisen geplagten Land in Besitz eines milliardenschweren Vermögens, während zugleich die Devisenreserven, mit denen neben Öl u.a. Nahrungsmittel importiert werden, auf bedrohliche Weise schwinden. In dieser Situation ist es durchaus plausibel, dass das Miitär - wie schon vor Monaten - Gangsterbanden engagiert, die durch gezielte Provokationen Chaos verbreiten sollen, um sich als letzte Instanz der Ordnung gerieren zu können.

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