Proteste in Afghanistan: Sorge um Sicherheit der deutschen Soldaten

Proteste in Afghanistan
Sorge um Sicherheit der deutschen Soldaten

Die Lage in Afghanistan spitzt sich offenbar weiter zu. Die Bundeswehr ist besorgt um die Sicherheit der eigenen Soldaten. Einen fluchtartigen Abzug lehnen Politiker allerdings ab.
  • 21

Kabul/KundusDie Bundeswehr in Afghanistan hat sich „bestürzt“ über die jüngsten Ausschreitungen mit zahlreichen Toten im Land gezeigt. Auch im deutschen Verantwortungsbereich im Norden Afghanistans war es am Samstag erneut zu Demonstrationen gekommen, bei denen allein in Kundus mindestens drei Menschen ums Leben kamen. Daher wurde die für Sonntag im großen Rahmen geplante Übergabe des Regionalkommandos Nord von Generals Markus Kneip auf General Erich Pfeffer deutlich zusammengestrichen und andere ursprünglich geladene Kommandeure in ihren Einheiten belassen.

„Vor dem Hintergrund der derzeit nicht berechenbaren Lage sind alle Verantwortungsträger in der Wahrnehmung ihrer Aufgabe in ihrem Arbeits- oder Verantwortungsbereich gefordert“, heißt es in einem von Kneip und Pfeffer gemeinsam unterzeichneten Schreiben.

In Afghanistan kommt es seit Dienstag täglich zu gewaltsamen Protestdemonstrationen, nachdem US-Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram Koran-Exemplare verbrannt hatten. Eine Entschuldigung von US-Präsident Barack Obama konnte die Gewalt nicht eindämmen. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden bislang mindestens 28 Menschen getötet.

Angesichts der Gewaltakte fürchten der Bundeswehrverband und der Reservistenverband um die Sicherheit deutscher Soldaten am Hindukusch. Der Präsident des Reservistenverbandes, der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter, äußerte im Deutschlandradio Kultur Verständnis für die Entscheidung der Bundeswehr, ihre Lager in Talokan angesichts drohender Unruhen vorzeitig zu räumen.

„Ich glaube, es ist schon ein symbolischer Akt, der missverstanden werden kann, aber ich halte es für wichtig, dass die Bundeswehr sich nun mehr um die Sicherheit der eigenen Soldaten kümmert“, sagte Kiesewetter. Dabei dürfe allerdings nicht der Eindruck entstehen, „es müssen nur ein paar Steinewerfer kommen, und schon zieht sich die internationale Gemeinschaft zurück“, meinte der CDU-Politiker.

Der Bundeswehrverband lehnte trotz der jüngsten Entwicklung einen vorzeitigen Truppenabzug aus Afghanistan ab. Zwar sei die Sicherheitslage nach wie vor sensibel und könne jederzeit kippen. „Sie ist aber grundsätzlich nicht anders als vor den Unruhen. Aus diesem Grund werden die zwischen den Verbündeten verabredeten Abzugsplanungen weiter verfolgt“, sagte Verbandschef Ulrich Kirsch der „Passauer Neuen Presse“

Seite 1:

Sorge um Sicherheit der deutschen Soldaten

Seite 2:

Militärallianz zieht Berater aus Ministerien ab

Kommentare zu " Proteste in Afghanistan: Sorge um Sicherheit der deutschen Soldaten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Bundeswehrverband lehnte trotz der jüngsten Entwicklung einen vorzeitigen Truppenabzug aus Afghanistan ab. Zwar sei die Sicherheitslage nach wie vor sensibel und könne jederzeit kippen. „Sie ist aber grundsätzlich nicht anders als vor den Unruhen.“ (Zitat)

    Klingt etwas nach Besänftigung aber erinnert an längst vergangene ZEITEN „Nun, Volk, steh auf und Sturm brich los“ etwa: 1943/44. Dumm nur- immer solche Erinnerungen mit sich zu schleppen – aber damals hatte es sich so ergeben. Gut es sind Unterschiede - „nach wie vor sensibel und könne jederzeit kippen“ - gehörte da noch nicht in das Repertoire militärischer Redewendungen. Aber Tod bleibt Tod und das hatten wir Kinder damals sehr schnell „gelernt“.

  • @ Kelte51

    Alle Kifickistanis in Europa in die Müllverbrennung - Problem endgelöst!

  • @ Kelte51

    Colonel Kurtz für den archaischen Abschaum der Menschheit: "Drop the Bomb - Exterminate them All!"

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%