Proteste in China mehren sich
Autounfall löst in China Randale aus

In der armen ostchinesischen Provinz Anhui ist es laut Medienberichten zu Massenkrawallen gekommen, an denen bis zu 10 000 Menschen beteiligt waren. Auslöser war lediglich ein Auto, das einen Jugendlichen angefahren hatte.

HB PEKING. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua, die gewöhnlich nur äußerst selten über Unruhen in China berichtet, meldete am Mittwoch, verantwortlich für die Krawalle seien einige wenige Kriminelle. Sechs Polizisten seien verletzt worden. Augenzeugen zufolge begannen die Unruhen, als am Sonntag in der Stadt Chizhou ein Auto einen Jugendlichen anfuhr. Daraufhin sei es zwischen dem Fahrer und dem Jugendlichen zum Streit gekommen, der immer weiter eskalierte. Die Kommunistische Partei fürchtet, dass sich derartige Vorfälle wiederholen und außer Kontrolle geraten könnte.

Der Fahrer wurde Augenzeugen zufolge von der Polizei in Gewahrsam genommen. Daraufhin habe sich eine immer größer werdende Menschenmenge vor dem Polizeigebäude versammelt, die die Herausgabe des Fahrers forderte. Randalierer hätten das Unfallauto sowie drei Polizeifahrzeuge zerstört und einen Supermarkt geplündert. Polizisten, die gegen die Randalierer vorgehen wollten, seien mit Steinen und Feuerwerkskörper beworfen worden. Bis zum späten Abend sei es den Einsatzkräften gelungen, die Ruhe in der Stadt wieder herzustellen.

Anfang des Monats war es in der nördlichen Provinz Hebei ebenfalls zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden sechs Dorfbewohner, die um den Besitz von Land kämpften, getötet und fast 50 weitere verletzt. Der Partei befürchtet, dass die Chinesen künftig durch solche Unruhen ihrem Ärger über die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich sowie über die zunehmende Korruption im Land Luft machen könnten. Vor allem unter den armen Bauern kommt es immer wieder zu Aufständen und Protesten. Aus diesem Grunde hat sich die chinesische Regierung die Lösung der Probleme in den ländlichen Regionen auf ihre Fahnen geschrieben. Andernfalls droht laut Experten eine politische Destabilisierung des Landes.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%