Proteste in China
Mit Regenschirmen gegen das Regime

Harmlos, wohlerzogen, fast kindlich wirken viele Studenten, die in Hongkong mehr Demokratie fordern. Doch sie legen sich furchtlos mit einem der härtesten Regime der Welt an – das ist gewohnt, mit Waffen zu antworten.
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PekingIn Hongkong blitzte und donnerte am Dienstagabend, und zeitweilig fiel heftiger Regen – doch die Demonstranten hatten ihre Regenschirme eigentlich aus einem anderen Grund mitgebracht: gegen das Tränengas, das die Polizei einsetzen könnte. Die Demokratiebewegung hatte daher spontan einen neuen Spitznamen weg. „Umbrella Revolution“, nennen nun auch die Organisatoren die friedliche Besetzung mehrerer Straßenzüge in der Hongkonger Innenstadt.

In den vergangenen zwei Nächten waren die Regeschirme glücklicherweise überflüssig: Die Polizei hatte am Sonntag zwar Tränengas in die Menge gefeuert, sich seitdem aber sich komplett zurückgehalten. In entfernten Seitenstraßen hielten sich zwar Einheiten mit Schilden und Schlagstöcken bereit, doch sie sind nicht wieder in die Nähe der belagerten Straßenkreuzungen vorgerückt.

Auch die Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat ruhig begonnen. Es herrscht gute Stimmung unter den überwiegend sehr jungen Demonstranten. Am Mittwoch soll es dagegen hoch her gehen. Der 1. Oktober ist der chinesische Nationalfeiertag: Der Gründungstag der kommunistischen Volksrepublik. Gerade vor der Einparteienherrschaft, für die dieses Datum steht, wollen die Demonstranten Hongkong bewahren. Außerdem haben Proteste an so einem symbolischen Tag eine besondere Reichweite.

Es handelt sich um Tag vier der groß angelegten Kundgebungen von „Occupy Central“ für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong. Hintergrund ist eine Entscheidung des Parlaments in Peking: Auch künftig sollen sich die Hongkonger bei der Wahl des Stadtoberhaupts nur zwischen Kandidaten entscheiden können, die die kommunistischen Herrscher des Landes gutheißen und vorher nach eigenem Gutdünken aussieben.

Die Demonstranten gehen auf die Straße, weil sie sich dadurch um eine Stärkung der Bürgerrechte betrogen fühlen, die ihnen die Volksrepublik einst versprochen hat – zu der Zeit, als sie die Stadt von Großbritannien übernommen hat. „Wir hoffen auf eine demokratische Entwicklung Hongkongs!“, rief der 20-jährige Studentenführerin Lester Shum am Dienstagabend in einer Rede vor Tausenden von Gleichgesinnten. „Wir fordern eine Nominierung der Kandidaten aus dem Kreis der Wahlberechtigten.“

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Mit Regenschirmen gegen das Regime

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Die Aktion ist kein Partyspaß

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