Proteste in Hongkong
Regierung und Polizei droht Demonstranten

Das Ultimatum der Studenten in Hongkong für den Rücktritt von Regierungschef Leung läuft an diesem Donnerstag ab. Während Aktivisten Zugänge zum Regierungssitz blockieren, kündigen Sicherheitskräfte harte Maßnahmen an.
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HongkongWenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums hat die Polizei in Hongkong die Demonstranten eindringlich vor der Besetzung von Regierungsgebäuden gewarnt. Die Behörden würden ein Einkreisen der Bürohäuser nicht dulden, sagte Polizeisprecher Steve Hui am Donnerstag. Die Demonstranten hatten den Rücktritt des Regierungschefs von Hongkong, Leung Chun Ying, bis Mitternacht (Ortszeit) gefordert. Die Kommunistische Partei Chinas stellte sich hinter Leung.

Die Demonstranten protestieren seit Tagen gegen die Pläne Pekings für die Direktwahl des Hongkonger Regierungschefs. Danach müssen alle Bewerber von einer Peking-freundlichen Kommission bestätigt werden, bevor sie kandidieren können.

Am Donnerstag versammelten sich Hunderte Demonstranten friedlich vor dem Hauptquartier der Regierung. Viele hatten sich mit Mundschutz, Schutzbrillen, Gasmasken und Regenmänteln ausgerüstet - für den Fall, dass die Polizei wie am Wochenende versuchen würde, den Protest mit Tränengas und Pfefferspray aufzulösen.

Unruhe gab es jedes Mal, wenn die Polizisten Schichtwechsel hatten. Die Demonstranten - meist Studenten - wollten die Beamten zunächst nicht durchlassen, machten dann aber doch Platz, nachdem ihnen die Polizei versichert hatte, sie könnten anschließend den Bürgersteig vor dem Gebäude wieder besetzen.

Die Studentin May Tang sagte, die Demonstranten wollten nicht mehr mit Leung verhandeln. „Es ist zu spät für seine Regierung, Verantwortung für das Volk zu übernehmen. Deshalb wollen wir eine neue“, sagte die 21-Jährige.

Polizeisprecher Hui drohte mit ersten Konsequenzen, falls die Studenten wie angekündigt versuchen sollten, Regierungsgebäude zu besetzen. Das Sprachrohr der Kommunistischen Partei, die Zeitung „Renmin Ribao“, schrieb, die Zentralregierung habe volles Vertrauen in Leung und sei hochzufrieden mit seiner Arbeit. Die Polizei in Hongkong setze sich mit den „illegalen Aktivitäten“ in der Stadt nach Recht und Gesetz auseinander. Gesetzlose Aktionen könnten die Gesellschaft Hongkongs ins Chaos stürzen.

Die Pläne zur Besetzung von Regierungsgebäuden waren auch unter den Demonstranten umstritten. „Es scheint mir nicht sehr friedlich, die Konfrontation mit der Polizei zu suchen“, sagte der Student Wilson Yip. „Ich sehe nicht, was man damit erreichen kann. Das kann dazu führen, dass weniger Menschen die Demonstrationen unterstützen.“

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  • Free Honkong
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    Tausende Hongkonger haben ihre friedlichen Proteste für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungsregion fortgesetzt. Hunderte Studenten begannen in den frühen Morgenstunden damit, Zugänge zum Sitz des Regierungschefs Leung Chun-ying zu blockieren. Hunderte Polizisten schützten das Gebäude. Am Donnerstag läuft ein Ultimatum der Studentenvereinigung ab, die den Rücktritt des Regierungschefs fordert.

    Die chinesische Regierung in Peking (KPCH) ist aber voll zufrieden mit ihrer Marionettenregierung in Honkong.
    Für sie sind die Studenten "Terroristen", welche das "demokratische China" unterminieren wollen.

    Ich wünsche den Studenten viel Erfolg.
    Wäre ich zur Zeit in Honkong, ich würde mich ihnen anschließen!

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