Proteste in Mexiko
Demonstranten verbrennen Wahlurnen

Am Wahltag ist es in Mexiko wieder zu Protestaktionen und Ausschreitungen gekommen. Demonstranten verbrannten Urnen. Radikale Lehrer kämpfen gegen geplante Bildungsreformen.
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Tixtla de GuerreroBei den Parlamentswahlen in Mexiko haben Demonstranten am Sonntag Wahlurnen in Brand gesteckt und Wahllokale blockiert. Trotz eines Großaufgebots von Bundespolizisten und Soldaten kam es in den armen südlichen Bundesstaaten Oaxaca und Guerrero zu massiven Protesten. Staatschef Enrique Peña Nieto sagte nach seiner Stimmabgabe in Mexiko-Stadt, es habe lediglich einzelne Zwischenfälle gegeben.

In der Stadt Tixtla in Guerrero gab es Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Bürgern, die mit Stöcken bewaffnet ein Wahllokal bewachten. Beide Seiten bewarfen sich mit Steinen. Verwandte der 43 Studenten, die im vergangenen Jahr vermutlich bei einem Massaker getötet wurden, und maskierte Studenten rissen Wahlmaterial an sich und zündeten es an. "Solange sie uns unsere Söhne nicht zurückgeben, wird es keine Wahlen geben", sagte ein Vater.

Die Behörden kündigten daraufhin an, den Urnengang auszusetzen. Später erklärte die Wahlkommission des Bundesstaates, die Stimmen würden gezählt und ein Gericht werde über deren Gültigkeit entscheiden.

Im Bundesstaat Oaxaca, Hochburg einer radikalen Lehrergewerkschaft, zündeten Demonstranten nach Behördenangaben in etwa 20 Wahllokalen unter anderem Stimmzettel und Urnen an. Der Polizei zufolge wurde zudem auf einer Autobahn ein Bus angezündet. In der Gebirgsstadt Huautla de Jiménez blockierten radikale Lehrer mit Ästen und Steinen eine Straße, um Sicherheitskräfte an der Zufahrt zur Stadt zu hindern. In der gleichnamigen Hauptstadt von Oaxaca nahmen tausende Menschen an einer Demonstration teil.

Bereits am Samstag waren im Bundesstaat Guerrero mindestens zehn Menschen getötet worden, als sich in der Ortschaft Xolapa rivalisierende Bürgermilizen einen Schusswechsel lieferten.

Peña Nieto hatte bei seiner Wahl 2012 die Wiederherstellung der Sicherheit im Land versprochen. Die Abstimmung am Sonntag, bei der 500 Mitglieder des Abgeordnetenhauses sowie neun Gouverneure und rund 900 Bürgermeister gewählt wurden, war ein wichtiger Stimmungstest für ihn an den Wahlurnen. Bereits der Wahlkampf war von Gewalt überschattet gewesen. Mehrere Kandidaten wurden ermordet, außerdem protestierten militante Lehrer tagelang gewaltsam gegen eine Bildungsreform.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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