Proteste in Österreich: Das Häuflein Pegida

Proteste in Österreich
Das Häuflein Pegida

Während Pegida in Deutschland schrumpft, hat die fremdenfeindliche Bewegung in Österreich keine Chance auf die Massen. Mit der rechtspopulistischen FPÖ haben islamkritische Österreicher längst eine politische Heimat.
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WienDen besten Blick auf Österreichs Pegida-Bewegung hat Karstadt-Eigner und Immobilien-Tycoon René Benko. Denn unmittelbar an seinem repräsentativen Sitz in malerischen Wiener Innenstadt wollte die fremdenfeindliche Bürgerbewegung am Montagabend zu ihrem ersten „Spaziergang“ starten. Die rund 250 bis 400 Teilnehmer von Pegida („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) versammelten sich am frühen Abend zu ihrer ersten Demonstration in dem Alpenland.

Österreichs Hauptstadt hat schon einmal vorgesorgt. Rund 1200 Polizeibeamte sind im Einsatz, um chaotische Verhältnisse zu verhindern. Wien ist den Aufmarsch rechter Gruppen gewohnt. Erst am Freitag waren 2500 Ordnungshüter für den Akademikerball der rechtspopulistischen FPÖ im ehemaligen Kaiserpalast Hofburg im Einsatz. Und ähnlich wie am Freitag wird auch wieder eine Gegendemonstration mit einer Abschlusskundgebung vor dem Stephansdom geben.

Die Gegner sind der österreichischen Pegida-Bewegung zahlenmäßig haushoch überlegen. Nach Angaben der Polizei hatten sich rund 5000 Gegendemonstranten versammelt – und diese ließen die Islamkritiker gar nicht erst loslaufen. Dieser Fehlstart ist bezeichnend, denn in der Alpenrepublik ist Pegida nur ein kleines Häuflein. Selbst die Facebook-Seite ist alles andere als ein Hit. Pegida Österreich kommt gerade auf knapp 12.000 „Gefällt mir“. Zum Vergleich: Bei Schlagerstar Andreas Gabalier sind es 20.000.

„Wir sind eine kritische Minderheit“, schreibt Pegida Österreich auf Facebook über sich selbst. Politische Analysten im Alpenland sind sich weitgehend einig, dass sich in Österreich das deutsche Phänomen Pegida nicht so schnell wiederholen wird. Der österreichische Politikwissenschaftler Benjamin Opratko zweifelt, dass Pegida in der Alpenrepublik so viele Menschen mobilisieren kann wie in Deutschland.

Der Grund für den mangelnden Erfolg liegt auf der Hand. Fremdfeindlichkeit und Nationalismus haben bereits seit vielen Jahren eine Heimat in der rechtspopulistischen Partei FPÖ. Sie ist die größte Oppositionspartei im österreichischen Parlament. Nach letzten Umfragen kommt die FPÖ des einstigen rechten Volkstribunen Jörg Haider auf 28 Prozent – und stehen damit noch vor der konservativen ÖVP mit 26 Prozent und der sozialdemokratischen SPÖ mit ebenfalls 26 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique Research im Auftrag des österreichischen Magazins „Profil“ hervor.

„Wir haben seit 1986 eine FPÖ, die ich rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Bereich unterwegs ist. So etwas gibt es in der Bundesrepublik nicht“, sagt der österreichische Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell an der Universität Wien, dem Handelsblatt. „Ein Teil der FPÖ ist bereits Pegida.“ Zudem seien selbst die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP in Fragen der Migration nach rechts gerückt. Österreich habe eine der restriktivsten Einwanderungsgesetze der EU.

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  • Ich finde, "Häufchen" trifft es besser.

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