Proteste in Teheran
US-Präsident Bush droht Iran im Atomstreit mit Krieg

US-Präsident George W. Bush hat am Wochenende einen Militärschlag gegen Iran nicht ausgeschlossen und damit den Streit um das Atomprogramm des Landes weiter verschärft.

HB WASHINGTON/BERLIN. Seine Regierung halte sich alle Optionen offen, sagte Bush am Samstag dem israelischen Sender „Channel One“. „Der Einsatz von Gewalt ist die letzte Option für jeden Präsidenten, und sie wissen, wir haben in der jüngsten Vergangenheit Gewalt eingesetzt, um unserer Land zu schützen,“ fügte er mit Blick auf den Irak-Krieg hinzu.

Teheran wies Bushs Drohungen als „psychologische Kriegführung“ zurück. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid-Resa Assefi, warnte die USA vor einem „großen Fehler“. Washington sollte wissen, dass sein Land größere militärische Optionen als die USA habe, sagte er gestern in Teheran.

Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder warnte vor einer gefährlichen Eskalation des Atomstreits: „Die Lage ist ernst. Ich halte eine militärische Option für hochgradig gefährlich“, sagte er der Zeitschrift „Super Illu“. „Deshalb kann ich sicher ausschließen, dass sich eine Bundesregierung unter meiner Führung daran beteiligen wird.“

Die USA werfen Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die für die Europäische Union mit Teheran verhandeln, wollen Iran ein ziviles Nuklearprogramm zugestehen. Zugleich versuchen sie, Teheran in Verhandlungen zum Verzicht auf die umstrittene Urananreicherung zu bewegen. Uran kann je nach Anreicherungsgrad für Reaktoren oder den Bau von Atomwaffen verwendet werden. In der vergangenen Woche hatte die iranische Führung die Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb genommen, in der Uran für die Anreicherung umgewandelt wird. Die US-Regierung hat gedroht, den Uno-Sicherheitsrat anzurufen, wenn die Verhandlungen mit der EU-Troika scheitern, aber auch militärische Optionen nie ausgeschlossen.

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