Proteste: Viele Tote in Libyen

Proteste
Viele Tote in Libyen

Der Sicherheitsapparat des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi geht massiv gegen Regimegegner vor. Bei Protestkundgebungen soll es viele Tote gegeben haben. Einige Beobachter sprechen von mehr als 80 Opfern.
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Kairo/New YorkDie Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch spricht von 84 Menschen, die ums Leben gekommen seien. Die in New York ansässige Gruppe berief sich dabei auf Interviews mit Ärzten und Augenzeugen. Amnesty International teilte mit, seit Mittwoch seien mindestens 46 Menschen von den Sicherheitskräften getötet worden. Allein in der Stadt Benghasi im Osten des Landes seien am Donnerstag 28 Menschen und drei weitere am Freitag ums Leben gekommen, teilte die Menschenrechtsgruppe in London mit. Aus der nahe gelegenen Stadt Al-Baida hätten örtliche Menschenrechtsgruppen von mindestens 15 Toten bei den Protesten gegen den seit 40 Jahren herrschenden Gaddafi berichtet. Die Proteste konzentrierten sich bislang vor allem auf den armen Osten des Landes.

„Der alarmierende Anstieg der Zahl der Toten und die gemeldete Art der Verletzungen deuten stark daraufhin, dass den Sicherheitskräften der Einsatz tödlicher Gewalt gegen unbewaffnete Demonstranten, die einen politischen Wandel fordern, erlaubt wurde“, sagte der für den Nahen Osten und Nordafrika zuständige Amnesty-Direktor, Malcolm Smart. Die meisten Opfer in Benghasi sollen Schusswunden am Kopf, am Hals und an der Brust erlitten haben.

Das Regime versucht offenbar auch, die Kommunikationswege ins Ausland zu stören. Die US-IT-Sicherheitsfirma Arbor Networks berichtete, die Internetverbindung in das nordafrikanische Land sei seit etwa Mitternacht unterbrochen. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira hatte gemeldet, dass sein Satellitensignal in Libyen auf mehreren Frequenzen blockiert worden sei, ebenso der Zugang zu seiner Internet-Seite. In Ägypten hatte die inzwischen gestürzte Regierung auf ähnliche Weise versucht, den in der arabischen Welt viel beachteten Sender an der Berichterstattung über die Massenproteste zu hindern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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