Protestmarsch Trump kündigt bessere Hintergrundchecks für Waffenverkäufe an

Ein Amoklauf an einer amerikanischen High-School hat landesweite Schüler-Proteste ausgelöst. Nun will sich US-Präsident Donald Trump mit ihnen treffen.
Update: 20.02.2018 - 04:16 Uhr Kommentieren

Mahnwachen in Florida nach Amoklauf

Nach Amoklauf: Trump „offen für Änderungen an Waffenvorschriften“

Parkland/West Palm BeachUS-Präsident Donald Trump hat sich für eine Verbesserung der Hintergrundchecks für Waffenverkäufe ausgesprochen. Der Präsident habe mit Senator John Cornyn über ein parteiübergreifendes Gesetzesvorhaben, sagte Trumps Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders.

Trump unterstütze ein besseres System auf Bundesebene. Die Vorlage von Republikaner Cornyn und seinem demokratischen Kollegen Senator Chris Murphy ziele darauf ab, die FBI-Datenbank zu verbessern, in der Menschen verzeichnet sind, an die keine Waffen verkauft werden dürfen. Bundesbehörden, die nicht die nötigen Informationen für die Datenbank bereitstellen, müssten demnach mit Strafen rechnen. Staaten, die sich an den Vorgaben der Regierung halten, würden belohnt werden.

Trump war als eifriger Befürworter des Rechts auf Waffenbesitz in die Kritik geraten, nachdem ein 19-Jähriger vergangene Woche in Florida in einer Schule 17 Menschen erschossen hatte. Der US-Präsident mutmaßte öffentlich über den geistigen Zustand des Täters.

Nach dem Amoklauf an der Marjory Stoneman Douglas High School, das schlimmste High-School-Massaker in der Geschichte der USA, kritisierten einige Jugendliche der Schule, Trump und dessen Republikanern würden zu wenig gegen Waffengewalt unternehmen. „Sie können nicht der Bürokratie die Schuld geben, wenn Sie, Herr Präsident, es sind, der die Gesamtverantwortung hat“, sagte der 18-jährige Douglas-Schüler David Hogg in einem Telefon-Interview.

Die Jugendlichen riefen zudem zu landesweiten Protestaktionen für strengere Waffengesetze auf. Ein Demonstrationszug unter dem Motto „Marsch für unsere Leben“ durch Washington soll am 24. März stattfinden.

Im Internet unterzeichneten zudem bis Montag mehr als 56.000 Menschen die Online-Petition der 15-jährigen Lane Murdock, die dazu aufruft, am 20. April als Signal gegen Waffengewalt aus den Klassenräumen auf die Straßen zu gehen. An dem Tag jährt sich zum 19. Mal das Massaker an der Columbine High School, bei dem zwei Schüler 13 Menschen töteten.

In ihrer Petition wirft sie den Politikern Gleichgültigkeit vor. Daher sei es jetzt an den Schülern, etwas zu ändern. „Wir sind diejenigen, zu denen die Schützen in unsere Klassenzimmer und unsere Räume kommen.“

In einem für Mittwoch geplanten Treffen zwischen dem Präsidenten und Schülern sollte es darum gehen, zuzuhören, teilte das Präsidialamt mit. Ob an dem Treffen mit Trump Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School teilnehmen, teilte das Präsidialamt nicht mit.

Trump hatte am Wochenende via Twitter erklärt, dass FBI sei womöglich wegen seiner Ermittlungen in der Affäre um eine mutmaßliche russische Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 zu abgelenkt gewesen, um Hinweisen nachzugehen, die den Amoklauf hätten verhindern können. Die Bundespolizei hatte am Freitag eingeräumt, Warnungen in Bezug auf den mutmaßlichen Schützen nicht nachgegangen zu sein. Der 19-Jährige sitzt in Gewahrsam. Ihm droht die Todesstrafe.

Trump und die Republikaner lehnen strengere Waffengesetze oder Vorschriften bislang weitestgehend ab. Entsprechende Vorstöße der Demokraten nach ähnlichen Massakern verliefen im Sande.

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