Prozess findet unter besonders großen Sicherheitsvorkehrungen statt
Berufungsverfahren um Fortuyn-Mord begonnen

Knapp 14 Monate nach der Ermordung des niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn hat am Dienstag in Amsterdam das Berufungsverfahren gegen den mutmaßlichen Attentäter Volkert van der Graaf begonnen.

HB/dpa AMSTERDAM. Der 33 Jahre alte Tierschutzaktivist war am 15. April in Amsterdam zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte zugegeben, den 54 Jahre alten Politiker im Mai vorigen Jahres mit fünf Pistolenschüssen getötet zu haben. Fortuyn habe eine Gefahr für die Schwächsten in der Gesellschaft dargestellt, sagte Van der Graaf zur Begründung. Mit seinen teils ausländerfeindlichen und simplifizierenden Parolen habe der Politiker enormen Zulauf gehabt und zu viel Macht gewinnen können.

Die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt, weil ihre Forderung nach lebenslanger Haft abgewiesen wurde. Dadurch sei unzureichend berücksichtigt worden, dass der Attentäter die demokratische Rechtsordnung nachhaltig beschädigt habe. Die Verteidigung ging in Berufung, weil nach ihrer Ansicht Van der Graaf wegen des politischen Hintergrunds eine zu schwere Strafe erhalten habe.

Für die Verhandlung sind drei Tage angesetzt. Das Urteil wird am 18. Juli erwartet. Der Prozess findet erneut unter besonders scharfen Sicherheitsvorkehrungen in einem abgeschirmten Gerichtsgebäude am Stadtrand von Amsterdam statt. Diesmal ist das Interesse bei Zuschauern und Fortuyn-Anhängern aber deutlich geringer als beim ersten Verfahren.

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