Prozess fortgesetzt
Mubarak kehrt in Gerichtssaal zurück

Zur Prozessfortsetzung kehrt der kranke Mubarak ins Gericht zurück. Die Verhandlungen muss er von einem Käfig aus verfolgen. Zwischen seinen Anhängern und Gegnern kam es derweil zu einem Handgemenge.
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KairoAuf einer Krankenliege ist der frühere ägyptische Präsident Husni Mubarak am Montag zur Fortsetzung seines Prozesses wegen der Tötung von Demonstranten in einen Gerichtssaal in Kairo zurückgekehrt. Der gesundheitlich angeschlagene 83-Jährige wurde per Hubschrauber von einem Krankenhaus in der ägyptischen Hauptstadt zum Ort der Verhandlung auf dem Gelände einer Polizeiakademie gebracht. Dort wurde er in den für die Angeklagten vorgesehenen Käfig im Gerichtssaal gerollt.

An seiner Seite waren seine beiden mitangeklagten Söhne Gamal und Alaa. Mubarak trug einen blauen Overall, während seine beiden Söhne in weiße Sträflingsuniformen gekleidet waren. Vor der Ankunft im Gerichtssaal verdeckte Mubaraks Sohn Alaa eine Kamera des Staatsfernsehens, die filmte, wie der Ex-Präsident aus einem Krankenwagen gerollt wurde, um in den Gerichtssaal gebracht zu werden.

Vor dem Gerichtssaal kam es kurzzeitig zu einem Handgemenge zwischen Anhängern und Gegnern des gestürzten Präsidenten. Hunderte Mubarak-Anhänger protestierten gegen das, was sie als Demütigung des ehemaligen Machthabers bezeichneten.

Vor dem Eintreffen des Richters lieferten sich Anwälte von Angehörigen der getöteten Demonstranten eine verbale Auseinandersetzung, bei der es offenbar um Sitzplätze ging.

Die Anklage wirft dem Ex-Präsidenten Beihilfe zum Mord an Demonstranten während des Volksaufstands Anfang des Jahres vor, der zum Sturz Mubaraks führte. Zudem wird ihm Korruption vorgeworfen. Ebenfalls angeklagt ist Mubaraks ehemaliger Innenminister, der auch der Beihilfe zum Mord an Demonstranten beschuldigt wird. Bei den Protesten kamen insgesamt fast 900 Demonstranten ums Leben.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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