Prozess gegen den Ex-Diktator wird vorbereitet
Familienmitglieder belasten Saddam Hussein schwer

Ehemalige Erfüllungsgehilfen aus dem engsten Familienkreis sollen vor dem Untersuchungsrichter gegen den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein ausgesagt haben.

HB BAGDAD/KAIRO. Bei der Vorbereitung der Prozesse nach Angaben des Untersuchungsrichters vor allem Saddams Halbbruder Barsan al-Tikrit und sein Cousin Ali Hassan al-Madschid („Chemie-Ali“) gegen den früheren Diktator ausgesagt. Auch der ehemalige Außenpolitiker Tarik Asis habe Saddam mit seiner Aussage belastet, sagte der Richter Raed Jouhi in einem Interview mit der arabischen Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ (Montagausgabe). Al- Madschid, der sich vor Gericht unter anderem für den Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabdscha mit mindestens 5000 Tofesopfern verantworten muss, habe bei einer Anhörung erklärt, er habe nichts getan, „ohne einen Befehl von Saddam Hussein persönlich“.

Die Prozesse gegen die Funktionäre des Saddam-Regimes sollen nach den Worten Jouhis innerhalb eines Monats beginnen. Saddam werde zunächst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in zwei Fällen angeklagt, und zwar wegen der brutalen Niederschlagung des Aufstandes von Schiiten und Kurden nach dem Golfkrieg 1991 und wegen der blutigen Militäroperationen im Kurdengebiet während des „Anfal- Feldzuges“ in den 80er Jahren.

Der Untersuchungsrichter betonte, Saddam Hussein streite mehrere Vorwürfe ab und sei bei den Verhören nicht zu Geständnissen gezwungen worden. „Er ist nicht unter Druck gesetzt worden, von keiner Seite“, fügte er hinzu. Der Ex-Präsident befindet sich in US-Haft, auch wenn er offiziell ein Gefangener der irakischen Justiz ist.

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