Prozess gegen ehemaligen irakischen Machthaber
Saddam-Verteidigung spricht von Bestechung

Die Verteidiger von Saddam Hussein haben am Mittwoch der Anklage im Prozess gegen den früheren irakischen Machthaber Zeugenbestechung vorgeworfen.

HB BAGDAD. Ein Zeuge der Verteidigung berichtete von einem angeblichen Treffen mit dem leitenden Staatsanwalt Dschaafar al-Moussaui und weiteren Personen. Bei dem Gespräch im Jahr 2004 habe ihm Moussaui 500 Dollar für eine Falschaussage gegeben, berichtete der Mann, der unerkannt bleiben wollte und deswegen hinter einem Vorhang saß. „Was Du sagst, ist nicht gut für uns oder die irakische Bevölkerung. Wir wollen, dass der Tyrann Saddam exekutiert wird“, habe ihm Moussaui damals gesagt. Außerdem habe der Staatsanwalt ihm und seiner Familie mit dem Tode gedroht, sollte das Treffen an die Öffentlichkeit gelangen. Moussaui wies die Vorwürfe umgehend zurück.

Der Anwalt Saddams, Chalil al-Dulaimi, sagte, noch am Mittwoch seien vier Zeugen der Verteidigung verhaftet worden. Sie hätten mit ihren Aussagen „die Glaubwürdigkeit des Gerichts zerstört“. Aus mit dem Verfahren vertrauten US-Kreisen verlautete, die Festnahmen stünden in Verbindung mit Vorwürfen der Zeugen, der leitende Staatsanwalt habe an einer Veranstaltung teilgenommen, auf der das Attentat auf Saddam von 1982 gefeiert worden sei.

Saddam und sieben Mitangeklagte stehen wegen eines Massakers an 148 Schiiten der Stadt Dudschail vor Gericht, in der 1982 das Attentat auf den irakischen Präsidenten fehlgeschlagen war. In diesem Zusammenhang bemühte sich die Verteidigung am Mittwoch auch, einen Hauptzeugen der Anklage zu demontieren und warf ihm vor, Meineid geleistet zu haben. Einmal habe der Zeuge Ali al-Haidari gegenüber der Anklage behauptet, es habe den Attentatsversuch auf Saddam nie gegeben. Dies habe Videomaterial gezeigt. Ein anderes Mal sei er hingegen auf einem Video zu sehen gewesen, wie er den Attentatsplan bei einer Veranstaltung in Dudschail gelobt habe.

Saddam sowie seinen sieben Mitangeklagten werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Sollten die Angeklagten für schuldig befunden werden, droht ihnen die Todesstrafe.

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