Prozess in Wien
Irving will kein Holocaust-Leugner mehr sein

Der berühmt-berüchtigte britische Holocaust-Leugner David Irving steht in Österreich vor Gericht - wegen Leugnen des Holocaust. Umso überraschender, dass der Historiker nun vorgibt, er glaube nun an die Existenz der Gaskammern und den millionenfachen Mord an den Juden.

HB WIEN. „Ich bin kein Holocaust-Leugner. Ich habe meine Meinung geändert“, sagte der 67-Jährige am Montag vor Beginn des Prozesses auf dem Weg in den Gerichtssaal. Geschichte sei etwas Lebendiges. Je mehr Dokumente zugänglich seien, desto mehr könne man lernen und wissen. Er habe seit 1989 sehr viel gelernt. „Ja, es gab Gaskammern“, sagte Irving. Ohne Zweifel seien Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg gestorben. Er sei aber kein Holocaust-Experte und wisse auch keine Zahlen.

Irving wird von der Staatsanwaltschaft ein Verstoß gegen das Verbot der NS-Wiederbetätigung vorgeworfen. Die Anklageschrift bezieht sich auf den Paragraph 3 dieses Gesetzes, das Leugnen des Holocausts. Der Strafrahmen dafür liegt bei einem bis zehn Jahren Haft.

Irving ist Autor mehrerer Bücher über Adolf Hitler und das Dritte Reich. In einem britischen Gerichtsurteil wurde er als aktiver Holocaust-Leugner bezeichnet, der rechtsextremes Gedankengut verbreite. Irvings Anwalt Elmar Kresbach sagte vor Journalisten, sein Klient würde sich schuldig bekennen. Er würde das Gericht aber auch um Nachsicht bitten, zumal er seine Ansichten geändert habe.

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