Prozess um 11. September
Moussaoui entgeht der Todesstrafe

Der im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September in den USA angeklagte französische Staatsbürger Zacarias Moussaoui ist am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt worden und damit der Todesstrafe entgangen.

HB ALEXANDRIA/WASHINGTON. Das teilte Gerichtssprecher Edward Adams am Mittwoch vor dem Gericht in Alexandria bei Washington mit. Die zwölf Geschworenen wiesen damit nach siebentägigen Beratungen die Forderung der Staatsanwaltschaft nach der Todesstrafe zurück.

Sie hatten bereits in einer ersten Prozessphase entschieden, dass der 37-Jährige Mitverschwörer der Attentäter um Mohamed Atta war, die vor viereinhalb Jahren vier Flugzeuge entführten und in New York, Washington und Pennsylvania fast 3000 Menschen in den Tod rissen. Der gebürtige Marokkaner hatte sich selbst in mehreren Anklagepunkten schuldig bekannt. Bei dem Urteil ging es nur noch um das Strafmaß.

Die Anklage hatte wegen der Schwere des Verbrechens die Todesstrafe gefordert. Es sei an der Zeit, Moussaouis Hass und Bosheit ein Ende zu setzen, sagte Staatsanwalt David Raskin vor gut einer Woche in seinem Schlussplädoyer. Die Ankläger argumentierte, dass Moussaoui von Plänen wusste, Flugzeuge zu entführen und in Gebäude zu lenken. Wenn er das in seinen Verhören preisgegeben hätte, hätten die US-Behörden die Anschläge verhindern können.

Die Verteidiger, die gegen den Willen Moussaouis um dessen Leben kämpften, bezeichneten den Angeklagten dagegen als psychisch gestört. Moussaoui hatte vor Gericht etwa behauptet, er habe am 11. September 2001 ein Flugzeug in das Weiße Haus fliegen sollen. Die Bundespolizei FBI bezweifelte das. Die Verteidiger argwöhnen, dass Moussaoui das Todesurteil suchte, um als Märtyrer sterben zu können.

Er hatte sich selbst als glühender Verehrer von Terrorchef Osama bin Laden und Mitglied von dessen Terrororganisation El Kaida bezeichnet. Er äußerte sich im Gericht zufrieden über die Terroranschläge. Er selbst war drei Wochen zuvor in Minnesota festgenommen worden. Moussaoui hatte als ungeschickter Flugschüler den Argwohn seiner Lehrer erweckt. Er kannte nach amerikanischen Ermittlungen einige der Attentäter und hatte Kontakt mit demselben Komplizen, der den Männern Geld in die USA überwiesen hatte.

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