Prozess wegen spurlosen Verschwinden
Verfahren gegen Pinochet wird fortgesetzt

Gegen den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet kann weiter wegen Mordes und Entführung verhandelt werden.

HB SANTIAGO. Das entschied am Montag ein Berufungsgericht, bei dem die Anwälte Pinochets die Verhandlungsunfähigkeit des 89-Jährigen durchsetzen wollten. Es wird erwartet, dass sie den Beschluss vor dem Obersten Gerichtshof anfechten werden.

In dem anstehenden Verfahren geht es um das spurlose Verschwinden von neun Menschen und den Tod eines weiteren im Zusammenhang mit der „Operation Condor“, bei der mehrere lateinamerikanische Militärdiktatoren ihre Gegner verfolgten. Pinochet herrschte in Chile von 1973 bis 1990. In dieser Zeit sind mehr als 3 000 Menschen durch politische Gewalt ums Leben gekommen, mehr als 27 000 Menschen wurden gefoltert.

Pinochets Verteidiger hatten argumentiert, ihr Mandant sei von seiner geistigen Verfassung her nicht verhandlungsfähig. Die drei Berufungsrichter haben den Antrag jedoch einstimmig abgelehnt. Am Samstag war Pinochet in ein Krankenhaus gebracht worden, weil er angeblich einen leichten Schlaganfall erlitten hatte. Menschenrechtsanwälte hatten dies als Teil der Strategie der Verteidigung bezeichnet.

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