Prozessauftakt
Drahtzieher des 11. September will Todesstrafe

Der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 hat zum Prozessauftakt im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba die Todesstrafe für sich gefordert. "Ich warte schon seit langem darauf, zum Märtyrer zu werden", sagte der 44-jährige Chalid Scheich Mohammed vor dem US-Militärsondergericht, das sechseinhalb Jahre nach den verheerenden Terroranschlägen in den USA den Prozess eröffnete.

HB GUANTANAMO BAY. Zugleich lehnte Scheich Mohammed die von den US-Militärs gestellten Anwälte ab. "Aus religiösen Gründen kann ich keine Amerikaner akzeptieren", sagte er zur Begründung. Neben Scheich Mohammed sind vier weitere Mitverschwörer angeklagt, denen ebenfalls die Todesstrafe droht.

Neben Scheich Mohammed steht der mutmaßliche Ramzi Binalshibh vor Gericht, der als Mitglied der "Hamburger Zelle" mit einem der späteren Attentäter des 11. September 2001 konspiriert haben soll.

Alle fünf erschienen ein weißen, arabisches Gewändern vor Gericht. Nur einer der fünf trug Fesseln, Scheich Mohammed erschien mit einem langen, grauen Vollbart.

Das Verfahren in Guantánamo ist der wichtigste Prozess seit den Terrorattacken, bei denen in New York und Washington fast 3000 Menschen getötet wurden. Scheich Mohammed gilt den US-Ermittlern als "Gehirn" der Attentatsserie.

Nach längerer Beratung entschied Militärrichter Ralph Kohlmann, dass Scheich Mohammed sowie zwei weitere Angeklagte sich selbst verteidigen dürfen. "Ich brauche auch keinen Übersetzer", sagte der Hauptangeklagte, der früher als "Nummer drei" des Terrornetzwerks El Kaida galt. Das Gerichte hatte allen Angeklagten Militäranwälte zur Seite gestellt.

Scheich Mohammed war am Morgen ohne Fesseln vor Gericht erschienen, um an der Anklageverlesung teilzunehmen. Danach hatten die Angeklagten Gelegenheit zu einer Erklärung. Das eigentliche Verfahren läuft vermutlich erst im September an, hieß es. Insgesamt geht es nach Angaben des Pentagons um 169 Vorwürfe, unter anderem um Verschwörung, Mord und Flugzeugentführung.

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