Prozessbeginn gegen Ex-Diktator
Saddam: „Ich bin der Präsident des Irak“

Zweieinhalb Jahre nach dem Sturz Saddam Husseins hat der Prozess gegen den früheren irakischen Diktator begonnen. Doch das Verfahren begann mit Hindernissen. Gleich zu Beginn forderte der Angeklagte seinen Richter heraus. Dann wurde das Sondertribunal erst einmal vertagt.

HB BAGDAD. Fast drei Stunden lang hatte Saddam zuvor in einem Stahlkäfig vor dem Richter gesessen. Der frühere Präsident bekannte sich nicht schuldig. Neuer Prozesstermin ist der 28. November. Der Richter gab damit dem Antrag von Saddams Verteidiger Chalil al-Dulaimi um eine Verschiebung statt. Grund dafür sei, dass er die Akten erst vor 25 Tagen und damit viel zu spät erhalten habe.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein Massaker an Schiiten im Jahr 1982. Die Anklage lautet auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Bei einer Verurteilung droht Saddam und seinen sieben Mitangeklagten die Todesstrafe.

Eine halbe Stunde nach Beginn der ersten Teils des Verfahrens strahlten Fernsehsender die ersten Bilder aus dem Gerichtssaal auf. Saddam und seine sieben Mitangeklagten nahmen vor dem Richter in Gitterkäfigen Platz. Als letzter Angeklagter betrat Saddam den Gerichtssaal.

Die CNN-Reporterin Christiane Amanpour schilderte aus dem Gerichtssal, Saddam habe sofort versucht zu reden, sei aber von dem Vorsitzenden Richter zur Ordnung gerufen worden. Saddam habe dann Platz genommen. In den ersten Minuten des Prozesses weigerte er sich, seinen vollen Namen zu nennen. "Sie wissen, wer ich bin, wenn Sie ein Iraker sind", fuhr er den Vorsitzenden an. „Ich bin der Präsident des Irak“, sagte Saddam.

Geleitet wird der Prozess von dem kurdischen Richter Dadschar Mohammed Amin. Ihm stehen vier weitere Richter zur Seite. Die Namen der Richter waren bislang geheim gehalten worden, um ihr Leben nicht zu gefährden. Als „öffentliches Gesicht“ des Sondertribunals für die Verfahren gegen die Spitzenfunktionäre des Saddam-Regimes war bisher nur der Untersuchungsrichter Raed Dschuhi aufgetreten.

Fotostrecke: Saddam Hussein - Ein Diktatorleben

Die „Grüne Zone“, das schwer gesicherte Regierungszentrum in der Mitte von Bagdad, war kurz vor dem erwarteten Prozessauftakt gegen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein, gesperrt. Weder Fahrzeuge noch Fußgänger konnten die Eingänge zur „Grünen Zone“, wo der Prozess stattfinden wird, passieren. Hubschrauber kreisten in der Luft über dem Areal und auf den Straßen bildeten sich Staus.

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