Prüfstein für die Energiepolitik
Südamerika spielt Gas-Streit herunter

Bolivien ist zum Prüfstein für die künftige Energiepolitik in Südamerika geworden. Vor dem EU-Lateinamerikagipfel in Wien bemühen sich die großen Lieferanten um versöhnliche Töne.

BRASILIA/BUENOS AIRES/SAO PAULO. Der Streit um die Nationalisierung der bolivianischen Gasindustrie soll die politische Zusammenarbeit in Südamerika nicht hemmen. Das haben der argentinische Präsident Nestor Kirchner und der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier versichert. „Unabhängig von den politischen Schwierigkeiten wollen wir die politische Integration auf dem Kontinent vorantreiben“, sagte auch der brasilianische Außenminister Celso Amorim nach einem Treffen mit Steinmeier.

In den Gesprächen wurde stets die EU-Integration als Vorbild genannt. Steinmeier bezeichnete Brasilien zum Abschluss seiner Reise nach Chile, Argentinien und Brasilien als „Motor der regionalen Integration“ und warnte davor, angesichts der unterschiedlichen nationalen Verhältnisse von einem allgemeinen Linkstrend in Südamerika zu sprechen.

Zuvor hatte er die bolivianische Verstaatlichung wie auch die aggressiven Töne des venezuelanischen Präsidenten Hugo Chavez gegen die westlichen Industrieländer kritisiert. Sowohl die argentinische wie die brasilianische Regierung waren in den Gesprächen bemüht, vor dem anstehenden EU-Lateinamerikagipfel in Wien Zweifel an dem Integrationswunsch auf dem Kontinent zu zerstreuen.

So seien die Probleme mit Bolivien oder der Streit Argentiniens und Uruguays um zwei Papierfabriken eher Ausdruck einer wachsenden regionalen Zusammenarbeit. Geplant ist, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in Wien zu bilateralen Gespräche sowohl mit Lula und Kirchner als auch mit der neuen chilenischen Präsidenten Michelle Bachelet trifft.

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