Prügel-Video: Folter-Spur führt nach Deutschland

Prügel-Video
Folter-Spur führt nach Deutschland

Die britischen Soldaten, die im Irak Jugendliche in brutal misshandelten und sich dabei filmen ließen, könnten zu einen Panzerbrigade gehören, die in Nordrhein-Westfalen stationiert ist. Die Filmaufnahmen könnten für neue Gewalttaten aufgebrachter Muslime im Nahen Osten und in Großbritannien sorgen.

HB LONDON. Wie die britische Zeitung „The Guardian“ am Montag berichtet, waren Angehörige der in Paderborn stationierten 20. Panzerbrigade der britischen Armee bis April 2004 in der südirakischen Stadt Basra im Einsatz. Dort soll das Prügelvideo im März desselben Jahres aufgenommen worden sein.

Das Band war der Sonntagszeitung „News of the World“ zugespielt worden. Diese erklärte, dass Kopien des Videos „in Europa“ bei britischen Truppenverbänden zirkulierten. Die Aufnahmen zeigen Soldaten in britischen Gefechtsuniformen, die drei harmlos aussehende Jugendliche in einen von einer Mauer umgebenen Hof zerren und mit langen Knüppeln schlagen. Die BBC zählte innerhalb von einer Minute 42 Schläge und Stöße gegen die Teenager. Sie wurden zudem getreten, einer von ihnen in die Genitalien.

Premierminister Tony Blair versprach am Montag erneut eine umfassende Aufklärung der Misshandlungsvorwürfe. Der Generalsekretär des Rates der Muslime Großbritanniens, Sir Iqbal Sacranie, erklärte: „Vorfälle wie diese fügen unserem Ansehen in der muslimischen Welt enormen Schaden zu und bringen auch die britischen Truppen, die gewissenhaft ihre Plicht erfüllen, in große Gefahr.“

Verschiedene Muslim-Gruppen riefen für den kommenden Samstag zu Protestaktionen auf. Die Organisatoren gingen selbst davon aus, dass es nicht leicht sein werde, den wachsenden Ärger besonders unter jungen Muslimen im Zaum zu halten, berichtet die Londoner „Times“.

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