Putin als Botschafter des Friedens
Russland will Friedensgespräche für Nahost ausrichten

Seit April 2014 stecken die israelisch-palästinensischen Gespräche in der Sackgasse. Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi will nun wissen, dass neue Friedensgespräche geplant sind – unter überraschender Führung.

KairoDer russische Präsident Wladimir Putin will nach Angaben von Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi in Moskau Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern ausrichten. In einem am Montag veröffentlichten Interview, das al-Sisi ägyptischen Staatszeitungen gab, betonte der Präsident zudem, er habe den Eindruck, dass Israel von der Notwendigkeit eines Friedensabkommens zunehmend überzeugt sei.

Al-Sisi ist ein enger Verbündeter Putins und unterhält gute Beziehungen sowohl zum israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu als auch zur Palästinensischen Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas. Er hat in den vergangenen Wochen mehrfach gedrängt, die seit zweieinhalb Jahren blockierten Nahost-Verhandlungen wieder in Gang zu bringen.

„Putin hat mir gesagt, er sei bereit, beide, Abbas und Netanjahu, in Moskau zu Direktgesprächen zu empfangen, um eine Lösung zu finden“, sagte al-Sisi. Es sei „ein positives Zeichen, dass auf der israelischen Seite nach meiner Beobachtung die Überzeugung wächst, dass ein Ausweg gefunden werden muss“, führte der ägyptische Präsident aus.

„Zugleich ist es wichtig, die Spaltung der Palästinenser zu überwinden“, betonte al-Sisi. Zwischen der Autonomiebehörde und der im Gazastreifen regierenden islamistischen Hamas-Bewegung müsse es, „eine nationale Versöhnung geben, damit das Klima für reale Bemühungen um einen eigenen Staat vorhanden ist“.

Nach dem Scheitern der von den USA vermittelten Verhandlungen im April 2014 sind die israelisch-palästinensischen Gespräche in der Sackgasse. Die gegenwärtige französische Initiative für einen internationalen Konferenzrahmen lehnt Israel ab, weil es auf bilateralen Verhandlungen in einem regionalen Kontext beharrt.

Die Palästinenser wenden ein, dass jahrelange Direktgespräche fruchtlos verliefen, während der israelische Siedlungsbau in den besetzten Gebieten zugleich immer weiter ging. Sie machen zur Voraussetzung jeglicher neuer Verhandlungen, dass der Siedlungsausbau währenddessen gestoppt wird und die 2013 schon vereinbarte Freilassung einer Gruppe von 26 Langzeitgefangenen erfolgt, deren Nichterfüllung das Scheitern der jüngsten Gespräche ausgelöst hatte.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%