Putin auf der Krim „Wir tun alles, damit nicht länger Blut vergossen wird“

Putin übt sich in Deeskalation: Ausgerechnet auf der annektierten Krim erklärt Russlands Präsident, den „Bruderkrieg“ in der Ukraine beenden zu wollen. Doch er schickt eine Warnung an die USA und die EU hinterher.
Update: 14.08.2014 - 16:00 Uhr 37 Kommentare

"Russland will sich nicht von der Welt abgrenzen."

Moskau/JaltaTrotz des aktuellen Konflikts mit dem Westen sollte sich Russland nach Meinung seines Präsidenten Wladimir Putin nicht vom Rest der Welt abschotten. Bei einem Besuch auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim sagte Putin am Donnerstag laut russischen Nachrichtenagenturen, der derzeitige Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten und Europa bedeute nicht, dass Moskau „die Verbindungen zu den Partnern kappen sollte“. „Aber wir sollten auch nicht zulassen, dass sie uns mit Verachtung behandeln“, fügte der Staatschef vor russischen Abgeordneten in der Hafenstadt Jalta hinzu.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte Putin mit den Worten: „Wir müssen konsolidieren und mobilisieren, aber nicht für Krieg oder irgendeine Konfrontation (...), für harte Arbeit im Namen Russlands.“ Russische Öl- und Gasexporte will Putin nicht mehr in Dollar abrechnen. Die Dominanz der US-Währung schade der russischen Wirtschaft, sagte Putin. Allerdings müsse man vorsichtig vorgehen. „Im Moment versuchen wir mit einigen Ländern zu vereinbaren, den Handel in der nationalen Währung abzuwickeln.“

Nach der Rede Putins drehte der Dax in Frankfurt ins Plus. Der Deutsche Aktienindex kletterte um knapp ein Prozent und notierte zunächst um 0,5 Prozent fester.

Putin erklärte, sein Land sei im ständigen Kontakt mit der Ukraine, der internationalen Gemeinschaft und den wichtigsten internationalen Organisationen. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, damit dieser Konflikt baldmöglichst beendet wird, damit nicht länger in der Ukraine Blut vergossen wird“, sagte Putin.

Er sprach von „blutigem Chaos“ und einem „Bruderkrieg“. Zuletzt war die Opferzahl bei den Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in den Regionen Lugansk und Donezk laut der Uno stark angestiegen.

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37 Kommentare zu "Putin auf der Krim: „Wir tun alles, damit nicht länger Blut vergossen wird“"

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  • Sie schreiben richtigerweise "vorher".

    Also bis zu 2500 Jahre vorher.

  • Tja, und vorher waren es u.a. Römer, Griechen, Mongolen, Krimtataren...

  • @Herr mer man2

    Die Glorifizierer waren mit der Beschleimung, Halbwahrheiten und Lügen über Putin zu stark beschäftigt, daß man das Wichtigste an diesem Artikel nicht bemerkt hat

    Na endlich haben 2 Herren bemerkt, was im Artikel extrem wichtig ist.

    Der Dollar

    Putin wird Rohstoffe liefern ohne vorherige Tausch in Dollar! Ein geiler Schachzug.

    Als Putin im Frühjahr einen Teil seiner Dollars verkaute, wurden sie von der belgischen Nationalbank gekauft. Sie dürfen raten in welchem Auftrag. Dafür kaufte Putin Gold.

    So etwas Ähnliches hat der Iran auch schon versucht und ist gescheitert.
    Bei Russland wird es nicht so einfach werden.

    Der Verlust der Leitwährung wäre für die USA eine Katastrophe.

    Schönen Tag noch.

  • Zitat: "Russische Öl- und Gasexporte will Putin nicht mehr in Dollar abrechnen. "

    ja, das schadet der USA - Saddam Hussein wollte auch so etwas - dann gab es den Überfall auf den Irak.
    Währen man gestern für einen Euro noch 48,15 Rubel erhielt, sind es heute nur noch 48,04. Das bedeutet heute muss ich mehr Euros hinlegen um in Russland das gleiche zu bekommen.
    Beim Dollar würde ich heute ein ganz klein weniger in Euros hinlegen um in den USA das gleiche zu bekommen.

    Die gesamte Ukraine-Krise ist ein Stellvertreter-Krieg in Punkto Währung. An Russland selbst traut sich die USA nicht dran - zu unserem Glück, denn sonst wäre der Krieg ruck-zuck auch hier.

  • Die EU erkennt die Aufnahme der ukrainischen Halbinsel Krim in die Russische Föderation nicht an und wirft zudem Putin vor, Separatisten in der Ost-Ukraine zu unterstützen.
    -----------------------
    Allein dieser Satz it unmöglich
    Die Krim ist seit Katharina der Großen, also seit ca. 300 Jahren , russisch

  • "Es ist wohl nur der Existenz von Atombomben zu verdanken, daß der 3. Weltkrieg nicht offen ausgebrochen ist, sondern in Form von Scharmützeln."

    Das sehe ich auch so. Deshalb ist das Gleichgewicht der Kräfte so wichtig.

  • Herr Illu Minator, Sie mögen Recht haben, aber das steht momentan nicht ganz oben auf Agenda.

    Wichtig ist doch, eine Lösung für den Waffenstillstand zu finden, die Unschuldigen zu retten. Die Blauhelme sind hier dringend gefragt. Ukraine und Co. haben davon nichts zu verlieren, denn sie haben doch Recht, oder nicht?
    Eine neutrale Armee stellt sofort fest, dass es hier um eine russische Invasion handelt, die Terroristen werden verhaftet, die Ostukraine wird befreit, Kiiv feiert.

    Was spricht aus westdemokratischer Sicht dagegen?

  • (...)
    Solange die Schuldigen für das Maidan Massaker und den Abschuss von MH17 nicht öffentlich benannt sind (und die Aufklärung dauert schon verdächtig lange) solange ist Putin für mich ein ganz normaler Politiker der die Interessen seines Landes vertritt - und nicht ein Monstrum wie er von den meisten gehirngewaschenen Medien und Politikern dargestellt wird.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das eigentliche US-Problem mit Putin ist im Artikel benannt:
    "Russische Öl- und Gasexporte will Putin nicht mehr in Dollar abrechnen. Die Dominanz der US-Währung schade der russischen Wirtschaft..."
    Daran sind schon andere Staatsmänner gestorben.
    Wenn das um sich greift, fällt das Kartenhaus des US-Dollars (Petro-Dollar) in sich zusammen.
    Genau in dem eingangs benannten Zitat sieht die US-Administration auch die Gefahr von BRICS. Alles Schurken dort. Wir werden den Kampf der US-Administration gegen diese Schurken erleben.

  • putin ist ein Lugner, kgb-Terorist-Dictator, er verletzt internationale Gesetze.

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