Putin auf der Krim
„Wir tun alles, damit nicht länger Blut vergossen wird“

Putin übt sich in Deeskalation: Ausgerechnet auf der annektierten Krim erklärt Russlands Präsident, den „Bruderkrieg“ in der Ukraine beenden zu wollen. Doch er schickt eine Warnung an die USA und die EU hinterher.
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Moskau/JaltaTrotz des aktuellen Konflikts mit dem Westen sollte sich Russland nach Meinung seines Präsidenten Wladimir Putin nicht vom Rest der Welt abschotten. Bei einem Besuch auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim sagte Putin am Donnerstag laut russischen Nachrichtenagenturen, der derzeitige Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten und Europa bedeute nicht, dass Moskau „die Verbindungen zu den Partnern kappen sollte“. „Aber wir sollten auch nicht zulassen, dass sie uns mit Verachtung behandeln“, fügte der Staatschef vor russischen Abgeordneten in der Hafenstadt Jalta hinzu.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte Putin mit den Worten: „Wir müssen konsolidieren und mobilisieren, aber nicht für Krieg oder irgendeine Konfrontation (...), für harte Arbeit im Namen Russlands.“ Russische Öl- und Gasexporte will Putin nicht mehr in Dollar abrechnen. Die Dominanz der US-Währung schade der russischen Wirtschaft, sagte Putin. Allerdings müsse man vorsichtig vorgehen. „Im Moment versuchen wir mit einigen Ländern zu vereinbaren, den Handel in der nationalen Währung abzuwickeln.“

Nach der Rede Putins drehte der Dax in Frankfurt ins Plus. Der Deutsche Aktienindex kletterte um knapp ein Prozent und notierte zunächst um 0,5 Prozent fester.

Putin erklärte, sein Land sei im ständigen Kontakt mit der Ukraine, der internationalen Gemeinschaft und den wichtigsten internationalen Organisationen. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, damit dieser Konflikt baldmöglichst beendet wird, damit nicht länger in der Ukraine Blut vergossen wird“, sagte Putin.

Er sprach von „blutigem Chaos“ und einem „Bruderkrieg“. Zuletzt war die Opferzahl bei den Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in den Regionen Lugansk und Donezk laut der Uno stark angestiegen.

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Finnlands Präsident reist nach Sotschi

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  • Sie schreiben richtigerweise "vorher".

    Also bis zu 2500 Jahre vorher.

  • Tja, und vorher waren es u.a. Römer, Griechen, Mongolen, Krimtataren...

  • @Herr mer man2

    Die Glorifizierer waren mit der Beschleimung, Halbwahrheiten und Lügen über Putin zu stark beschäftigt, daß man das Wichtigste an diesem Artikel nicht bemerkt hat

    Na endlich haben 2 Herren bemerkt, was im Artikel extrem wichtig ist.

    Der Dollar

    Putin wird Rohstoffe liefern ohne vorherige Tausch in Dollar! Ein geiler Schachzug.

    Als Putin im Frühjahr einen Teil seiner Dollars verkaute, wurden sie von der belgischen Nationalbank gekauft. Sie dürfen raten in welchem Auftrag. Dafür kaufte Putin Gold.

    So etwas Ähnliches hat der Iran auch schon versucht und ist gescheitert.
    Bei Russland wird es nicht so einfach werden.

    Der Verlust der Leitwährung wäre für die USA eine Katastrophe.

    Schönen Tag noch.

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