„Putin hat die Waffenruhe gebrochen“
Nato-Generalsekretär kritisiert Putin scharf

Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wählt gegen Putin ungewöhnlich klare Worte. Der russische Präsident soll den Konflikt in der Ukraine angeheizt haben. Einen neuen kalten Krieg sah er allerdings nicht aufziehen.
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BerlinNato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine-Krise scharf kritisiert. Putin habe das Aufflammen des Konflikts "auf jeden Fall befördert" und "klar die Vereinbarungen zur Waffenruhe gebrochen" sowie "erneut die Integrität der Ukraine verletzt", sagte der Norweger in einem "Bild"-Interview (Freitagausgabe). Die Nato habe in den vergangenen Tagen beobachtet, dass Russland erneut Waffen, Ausrüstung, Artillerie, Panzer und Raketen über die Grenze in die Ukraine gebracht habe. Putin gefährde zudem den zivilen Luftverkehr, denn seine Kampfjets flögen ohne Transpondercodes und kommunizierten nicht mit der Flugsicherung. "Nato-Flugzeuge haben in diesem Jahr schon mehr als 100 Mal russische Flieger abgefangen - mehr als drei Mal so viel wie 2013."

Man befinde sich zwar nicht am Rande eines neuen Kalten Kriegs, sagte Stoltenberg. "Aber wir sind auch nicht mehr im Zustand vertrauensvoller Kooperation mit Russland, den wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben." Russland untergrabe "die wertebasierte Sicherheitsarchitektur in Europa".

Russland hat Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen, wonach es die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine militärisch unterstützt. Die Lage in der Ukraine hat sich in den vergangenen Tagen erheblich verschärft. Trotz der vor zwei Monaten vereinbarten Waffenruhe kommt es nahezu täglich zu Kämpfen. Am Donnerstag kamen mehrere ukrainische Soldaten um.

Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin sprach sich inzwischen gegen eine Militäroffensive in den Rebellengebieten aus. Eine solche Aktion "würde doch auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft ziehen, unsere ukrainischen Landsleute", sagte Klimkin der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Seine Regierung wolle sich weiter an das Waffenruhe-Abkommen halten und strebe eine politische Lösung an. Vor wenigen Tagen hatte Klimkin noch gesagt, dass sich die Ukraine die von den Rebellen besetzten Gebiete "zurückholen" werde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Putin hat die Waffenruhe gebrochen“: Nato-Generalsekretär kritisiert Putin scharf"

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  • Eigentlich ist es ganz einfach.
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    Ein grosses Übersee-Land, das seit Jahrzehnten andere Länder völkerrechtswidrig überfällt, das aus egoistischen Motiven überall Vasallen einsetzt, das hemmungslos sein Militär über 26 Millionen Menschen in aller Welt töten lässt, das nun vor der Pleite wegen Misswirtschaft steht und einen Großen Krieg in Europa anzetteln will ….ein solches Land ist KEINE DEMOKRATIE !!

    Auch die Länder, die mit einem solchen Land paktieren und deren Befehle befolgen, und das noch zum Schaden der eigenen Bevölkerung …..SIND KEINE DEMOKRATIEN !!!

  • Diskussion mit Gysi, Wimmer, Gauweiler und Lafontaine, sehr empfehlenswert:
    http://www.youtube.com/watch?v=tifbCDC2wjc#t=3929

    Lafontaine sagt richtig z.B.: DIE GANZE AUSSENPOLITIK IST EIN EINZIGES LÜGENGEBÄUDE !!

  • Ja, Eurpa steht vor einem neuen Krieg. Der dumme Deutschmichl begreift es nur och nicht. Er fällt auf die Propagan rein. Erinnert so an einst.
    Die Europäer laufen wieder mal wie Dummis in einen neuen Krieg.
    War es 1914 nicht ähnlich?

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