Putin im ARD-Interview und bei Jauch „Die Sanktionen haben auch Vorteile“

Beim Interview mit der ARD übt sich Kreml-Chef Putin im Ausweichen und zeigt sich optimistisch. Die Jauch-Runde danach ist eher von Konsens als von Diskussion geprägt. Viele Zuschauer sind enttäuscht.
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„Natürlich wollen wir, dass die Ukraine-Krise endet“

DüsseldorfEr schnauft. Es klingt genervt. Dann lächelt er. Er setzt zu einer Antwort an und es wird klar: Wladimir Putin fühlt sich missverstanden. Dieses Mal bezieht sich seine Unmut auf die Frage des Journalisten, der wissen will, warum er schon 2001, bei seiner Rede im Bundestag, davor warnte, dass Russland und Deutschland noch nicht gelernt hätten, einander zu vertrauen. Immer wieder wird der Kreml-Chef im Interview mit der ARD Sätze sagen wie: „Keiner ging auf uns ein Stück zu“ oder „Ich habe es schon diverse Male gesagt, aber anscheinend muss ich es wiederholen....“ Auch auf diese Frage reagiert er ähnlich.

Im 30-minütigen Interview, das Putin dem NDR-Journalisten Hubert Seipel bereits am Donnerstag im Vorfeld des G20 Gipfels gegeben hat und das am Sonntagabend während der Sendung „Günther Jauch“ in der ARD ausgestrahlt wurde, gibt es keine großen Überraschungen. Der Tenor: Russland habe das Völkerrecht bei der Annektierung der Krim nicht gebrochen. „Doch wir“ – irgendwann antwortet Putin nicht mehr in der Ich-Form – „sind der Überzeugung, dass wir gemeinsam einen Weg finden werden.“

Er betont, dass die russischen Streitkräfte in der Ostukraine da seien, um „Blutvergießen zu vermeiden“ und dass er verwundert darüber sei, dass der Westen das Referendum auf der Krim nicht anerkennen will. Soweit nichts neues.

Während des Interviews rutscht Putin auf seinem Stuhl hin und her, als wäre es ihm einfach ungemütlich. Vielleicht liegt es daran, dass die schmalen Sessel Wladimir Putins bevorzugte Pose, männlich breitbeinig, nicht zulassen. Er wibbelt mit dem rechten Bein. Doch nervös scheint er nicht zu sein. Eher ungeduldig.

Doch dann wird er doch noch deutlicher, zum Beispiel bei der Frage nach den Sanktionen des Westens. Da gibt er zu: Sie „schaden der russischen und der globalen Wirtschaft“. Dann schiebt er hinterher: „Die Sanktionen haben auch Vorteile.“ Sie würden Anreize schaffen, Produkte selbst herzustellen, nicht mehr nur „bequem“ zu leben und Öl und Gas zu fördern. Sanktionen als Chance sozusagen.

„Dieses Jahr wachsen wir 0,5 Prozent“
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89 Kommentare zu "Putin im ARD-Interview und bei Jauch: „Die Sanktionen haben auch Vorteile“"

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  • Wenn ich unser Wirtschaftssystem richtig verstanden habe, benötigt es immer wieder neue Investitionen. Neue Investitionen werden nur dort in Gang gesetzt, wo es Interessenten/Konsumenten für bestimmte Produkte gibt. Die niedrigen Wachstumsquoten des Westens und Japans deuten auf übersättigte Märkte hin. Russland ist im ländlichen Raum noch breit zu entwickeln. Die eigenen Produktion ließe sich also durchaus erweitern. Dort zu investieren war auch für unsere Industrie viele Jahre attraktiv, versprach man sich doch dort hohe Gewinnmargen.
    Nun kann Putin versuchen sein Land selbst weiter zu entwickeln. Helfer und Finanziers stehen sicher auch jenseits des Westens bereit.

  • @Daniel Mayr – Die Russen kontrollierten die Foren-Kommentatoren die USA die deutschen Medien gleich selbst

    wer es noch nicht weiß: viele der Kommentatoren hier sind von Putin bezahlt: http://www.sueddeutsche.de/politik/propaganda-aus-russland-putins-trolle-
    1.1997470


    Die SZ verbreitet irgendwelche – bis heute unbewiesenen – Verschwörungstheorien, anstatt sich kritisch über den Einfluss der USA und US-naher Lobbys auf die deutschen Medien zu beschäftigen.

    Im Gegensatz zu der angeblichen Einflussnahme Russlands auf als "Trolle" diffamierte prorussische Kommentatoren, ist die Einflußnahme der USA auf deutsche Medien wohl dokumentiert.

    Als Beispiel sei der nur der aktuelle Bestseller von Herrn Ulfkotte genannt, der diese Einflussnahme beschreibt und belegt und auch am eigenen Leibe erfahren hat.

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Waren ZDF/ARD-Talkrunden eigentlich jemals anders


    Waren die üblichen Talksendungen auf ZDF und ARD in den letzten Jahren den jemals anders.
    Wenn diese einem schlaflose Nächte bereiten sollten, dann wegen der erdrückenden Meinungs-Einheitsbrei der geladenen Talk-Gäste und der beängstigenden Vorhersehbarkeit der allabendlichen Quassel-Stunden.


    Was diese Talkrunden bestenfalls geben und geben sollen, ist eine Pseudo-Debatte, eine kontrollierte Debatten-Simulation innerhalb der engen Grenzen des bestehenden [kulturell-linken und USA-hörigen) politisch-medialen Komplexes

  • Wenn ich den Märchenonkel Seipel nur sehe, wie er ständig mehr oder weniger anklagend über seine Brille lugt, dann weiß ich, dass ich mich von so einem affektierten Flachdenker niemals an einen Tisch setzen würde!

  • Russische Separatisten und russische Eliteneinheiten haben Regierungsgebäude in Kiew gestürmt und die Regierung gestürzt und Poroschenko zur Regierungsübernahme geholfen.

    Sehr interessant, diese klare Sicht der Dinge.

  • Mit der Bekanntgabe der ersten Sanktionen war das mein Gedanke: Kurzfristig beschissen, Mittelfristig ist Putin nun gezwungen seinen Binnenmarkt voran zu treiben. Wenn er nun auch noch von den Gedanken ablässt, dass der Rubel stark sein muss, könnte Russland sein eigenes Wirtschaftswunder haben.

  • "Kiew wird doch auch unterstützt "

    Die Ukraine - einen souveränen Staat - zu unterstützen ist durchaus legitim.

    Nicht in Ordnung ist es, wenn Russland stets beteuert unbeteiligt zu sein und dann hinterherum Waffen liefert. Und schon gar nicht darf Russland in Verhandlungen "Neutralität" zusichern und genau diese nicht einhalten um den Konflikt weiter am Kochen zu halten. Wer soll Putin noch irgendwas glauben? ;)

  • [...] Seine Äußerungen sind bloße Propaganda. Unglaubwürdiger geht es nicht. Da scheint das Talent als Propagandist ist doch sehr begrenzt. Schon wieder wirft die EU Steuergeld zum Fenster raus...

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Wo ist denn der Vorteil für D wenn sich in der Ostukraine amerikanische Unternehmen breit machen um dort mit Fracking Öl zu fördern während D einen weiteren Pleitestaat durchfüttern muss?"

    Was Sie gerade sagen ist: "Mir sind doch die Leute in der Ukraine egal, wenn ich keinen materiellen Vorteil davon habe. Sollen die Russen sich doch an den Ukrainern austoben!"

    Nur: Alles das ist nicht der Punkt - es geht um gesamteuropäische Sicherheitsfragen. Wollen Sie in einer Welt leben, in der der stärkere bestimmt, was Recht ist? Rechtsbrüche müssen geächtet und sanktioniert werden.

  • Herr Meyr, ich schreibe auch immer verständnisvoll über Putins Politik. Leider erhalte ich kein Geld dafür. Als Marktwirtschaftlerin bin ich natürlich besorgt, dass meine Bemühungen von anderer Stelle bei anderen subventioniert werden, nur meine eigenen nicht.
    Können Sie bitte genau erklären, wohin ich mich wenden kann, damit bitteschön auch zusätzlich bezahlt werde? Ich finde, das ist nur fair! Vielen Dank.
    Ihr Hinweis ist wirklich wichtig. Es ist ja ein Geschäftsmodell für die Foristen hier, wenn die sich abstrampeln, ohne bezahlt zu werden. Einfach unsäglich. Also: Schon im voraus vielen Dank.

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